eine Überlebende des Erdbebens sucht in den Trümmern in Palu | Bildquelle: AFP

Nach Tsunami in Indonesien Es fehlt an allem

Stand: 03.10.2018 08:10 Uhr

Nach Erdbeben und Tsunami auf der Insel Sulawesi mit mindestens 1400 Toten wächst die Verzweiflung. Hilfe kommt bisher kaum an. Nun ist außerdem ein Vulkan ausgebrochen.

Von Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur

Vor einem Supermarkt schießt die Polizei in die Luft, um Plünderer fernzuhalten - denn eine hungrige, durstige, verzweifelte Menge will an die Vorräte. Lkw mit Nahrungsmitteln, auch Tankwagen mit Benzin und Wasser erreichen Palu nur langsam, bewacht von Militär, das verhindern soll, dass die Menschen die Konvois stürmen.

Denn vielen geht es wie diesem jungen Mann, der mit der BBC sprach: "Meiner Familie geht es gut, aber meine Freunde sind ertrunken, das habe ich gestern erfahren", erzählt er. "Ich habe ein wenig zu essen, aber das gebe ich denen, die es noch nötiger haben, alle sind hungrig. Ich habe keine Zuhause mehr, alles ist zerstört, ich habe nichts mehr."

Nach Tsunami in Indonesien: Bergungsarbeiten gehen weiter
tagesschau 13:30 Uhr, 03.10.2018, Claudia Drexel, NDR

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Schwierige Räum- und Rettungsarbeiten

25 Länder haben Nothilfe zugesagt, Australien alleine will mit mehr als drei Millionen Euro helfen, medizinisches Personal und Medikamente schicken. Doch "die Rettungsteams sind frustriert, sie kommen nicht vorwärts", berichtet Matthew Cochran vom Roten Kreuz.

Der Zugang zu allen betroffenen Gebieten sei extrem schwierig. "Und es gibt noch viele große Gebiete, die wohl am stärksten betroffen sind, zu denen wir noch gar keinen Zugang haben":

Die Zeit, möglicherweise noch Überlebende zu finden, schwindet. Die Helfer müssen sich durch tiefen Matsch und Schutt kämpfen, die wenigen großen Räummaschinen können nicht überall gleichzeitig in der endlos scheinenden Trümmerwüste arbeiten, die vor fünf Tagen noch eine lebendige Touristenstadt war.

Helfer mit schwerem Gerät steht auf den Trümmern eines Hotels in Palu | Bildquelle: AP
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In der Erdbebenregion gibt es nur wenig schweres Gerät, um die Trümmer - wie hier die eines Hotels in Palu - zu beseitigen.

"Weil wir kaum Treibstoff haben, funktioniert kaum etwas in der Stadt", beklagt ein Polizeikommandant. "Der Treibstoff, den wir aus anderen Städten herbringen, kommt zwar an, aber das schwere Gerät kann noch nicht eingesetzt werden."

Vor ihren zerstörten Häusern campieren die Menschen in Zelten - im Dunkeln. Der Strom soll bald wiederkommen, verspricht die Behörde, aber noch sitzen sie dort in der Finsternis - und sind in Angst, dass die Nachbeben schlimmer werden.

Viele Tote - einzelne Schicksale

Während einerseits die Bewohner Palus noch verzweifelt nach ihren Angehörigen suchen, werden die Toten in Massengräbern beigesetzt, um die Seuchengefahr einzudämmen. "Wenn die Aufräumarbeiten zu lange dauern, treten Seuchen auf, darum müssen wir den Schutt so schnell wie möglich wegräumen."

Soldaten begraben hier in der Stadt Poboya die Toten in einem Massengrab. | Bildquelle: AFP
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Soldaten begraben hier in der Stadt Poboya die Toten in einem Massengrab.

Viele Leichen konnten noch nicht identifiziert werden, aber der Name eines Toten, des ersten Toten nach dem Erdbeben ist inzwischen weltbekannt: Anthonius Gunawan Agung, der Fluglotse, der beim Beben am Freitagabend seinen Posten auf dem Tower nicht aufgab: Er wollte sichergehen, dass der letzte Flug ohne Schwierigkeiten die Startbahn in Palu verließ.

Der Pilot nennt ihn seinen Schutzengel: "Er blieb auf seinem Platz, bis wir sicher in der Luft waren, bis der Tower fürchterlich bebte - erst dann sprang er hinab, um sich zu retten. Dabei brach er sich Arme und Beine und starb später. Es war eine Heldentat und er sollte geehrt werden."

Verzweiflung nach Tsunami auf Sulawesi
Lena Bodewein, ARD Singapur
03.10.2018 08:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Oktober 2018 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.

Korrespondentin

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