Helfer in Palu auf Sulawesi suchen nach Überlebenden  | Bildquelle: AFP

Insel Sumba Neue Erdbeben in Indonesien

Stand: 02.10.2018 07:33 Uhr

Indonesien kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Beben und Tsunami von Sulawesi wurde jetzt auch die Insel Sumba erschüttert. Die Regierung bat angesichts der verheerenden Lage um internationale Hilfe.

Indonesien ist erneut von Erdbeben erschüttert worden. Die zwei Beben seien am Morgen nahe der Insel Sumba im Osten des Landes aufgetreten, teilte die US-Erdbebenwarte USGS mit. Das erste hatte demnach eine Stärke von 5,9, das zweite eine Stärke von 6,0. Nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Antara wurde eine Brücke beschädigt, Berichte über weitere Schäden lagen aber nicht vor.

Der regionale Katastrophenschutz erklärte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, das jüngste Beben habe einige Risse an Hauswänden verursacht und sich stark angefühlt: "Einwohner flohen in Panik aus ihren Häusern. Schulkinder weinten vor Angst."

Hunderte Tote auf Sulawesi

Die Beben ereigneten sich fast 1600 Kilometer südlich der Gegend auf der Insel Sulawesi, die am vergangenen Freitag bei einem mächtigen Beben und einem Tsunami schwer verwüstet worden war. Die Zahl der bestätigten Todesopfer liegt dort bei 844.

In einer zerstörten Kirche wurden 34 tote Bibelschüler entdeckt. 52 weitere Schüler würden vermisst, sagte eine Sprecherin des indonesischen Roten Kreuzes. Demnach war die Kirche nach dem Erdbeben von einer Schlammlawine verschüttet worden.

Vier Tage nach der Katastrophe von Sulawesi sind einige Gebiete immer noch von der Außenwelt abgeschnitten, die Behörden rechnen mit vielen weiteren Opfern.

Um internationale Hilfe gebeten

Indonesien bat wegen der Katastrophe auf Sulawesi um internationale Hilfe. Zahlreiche Länder sagten ihre Hilfe zu. "18 befreundete Länder haben als Geste der Solidarität Unterstützung angeboten. Das wissen wir zu schätzen", sagte der für Sicherheit zuständige Minister Wiranto.

Die Europäische Union stellte nach eigenen Angaben zunächst 1,5 Millionen Euro Nothilfe zur Verfügung. Großbritannien spendete nach eigenen Angaben umgerechnet 2,25 Millionen Euro. Auch die USA, Japan, Saudi-Arabien und Katar hätten Hilfe versprochen, sagte Wiranto.

Laut UN-Schätzungen benötigen fast 200.000 Menschen Nothilfe.

Serie schwerer Erdbeben

Im Sommer hatte es schon auf Lombok eine Serie schwerer Erdbeben gegeben. Dabei kamen mehr als 500 Menschen ums Leben. Die Erschütterungen waren damals auch auf der Nachbarinsel Bali zu spüren.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Für die Einwohner sind Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche keine neue Erfahrung. Beim Mega-Tsunami an Weihnachten 2004 starben dort mehr als 160.000 Menschen, so viele wie in keinem anderen Land der Region. Insgesamt kamen damals in den östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans etwa 230.000 Menschen ums Leben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Oktober 2018 um 08:00 Uhr.

Darstellung: