Der saudi-arabische Öltanker "Amjad" soll Ziel eines Sabotageangriffs geworden sein. | Bildquelle: AFP

Spannungen in Golfregion Emirate melden Sabotage an Schiffen

Stand: 13.05.2019 06:57 Uhr

Vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate soll es zu Sabotageakten an mehreren Handelsschiffen gekommen sein. Das teilte der Golfstaat mit. Über die Urheber ist bislang nichts bekannt.

Die Spannungen in der Golf-Region nehmen weiter zu. Am Sonntag meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), dass vier Handelsschiffe vor ihrer Küste in internationalen Gewässern das Opfer von "Sabotageakten" geworden seien. Verletzte oder "Lecks von schädlichen Chemikalien oder Benzin" habe es bei den Vorfällen am Golf von Oman nicht gegeben, so das Außenministerium der Emirate. Weitere Details wurden nicht genannt.

Saudi-Arabien teilte mit, dass zwei vom mutmaßlichen Sabotageakt betroffene Öltanker "erheblichen Schaden" genommen hätten. Einer der Tanker sollte Kurs auf das Königreich nehmen, um dort mit Rohöl für eine Lieferung in die USA beladen zu werden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Saudi-Arabiens den Energieminister Chalid al-Fali. Es habe aber keine Opfer oder Öllecks gegeben.

Iran fordert Aufklärung und warnt vor Verschwörung

Der Iran forderte detaillierte Informationen zu den Vorfällen. Der iranische Außenamtssprecher Abbas Mussavi äußerte sich besorgt darüber, dass die Explosionen die Öltanker beschädigt hatten. Es seien mehr Informationen über den Vorgang nötig. Die Sicherheit der Schifffahrt und des maritimen Transports in der Region sei von höchster Bedeutung.

Mussavi warnte laut der staatlichen iranischen Agentur Irna auch vor "Verschwörung" von Akteuren, die Böses im Sinn hätten. Er mahnte außerdem zur Vorsicht vor "Abenteurertum von Ausländern", das darauf abziele, die Stabilität und Sicherheit in der Region zu untergraben.

USA geben neue Warnung für Schiffsverkehr aus

Die USA gaben eine neue Warnung für den Schiffsverkehr aus. Seefahrer sollten bei der Passage der Hafenstadt Fudschaira Vorsicht walten lassen, teilte die US-Verkehrsbehörde Maritime Administration mit. Bereits am Donnerstag hatten die USA gewarnt, dass der "Iran oder dessen Stellvertretermächte" den Schiffsverkehr in der Region ins Visier nehmen könnten.

In der Region haben die Spannungen angesichts des Konflikts zwischen dem Golf-Anrainerstaat Iran mit den USA zuletzt massiv zugenommen. Die USA haben kürzlich die Verlegung eines Flugzeugträgers und weiterer Langstreckenbomber in den Nahen Osten angekündigt und dies mit Drohungen des Iran begründet.

Ägypten verspricht Beistand

Die Vereinigten Arabischen Emirate zählen zu mehreren Staaten auf der Arabischen Halbinsel, die dem Golfkooperationsrat angehören. Auch Saudi-Arabien ist Mitglied der Organisation. Das Königreich ist Verbündeter der USA und Erzrivale des Iran, mit dem es um Einfluss in der Region ringt.

Vor diesem Hintergrund verurteilten mehrere Regierungen arabischer Staaten die vermeintlichen "Sabotage-Einsätze". Sie würden "Spannungen und Konflikte in der Region verschärfen" und stellten eine "ernsthafte Eskalation" dar, so Abdul Al-Sajani, Generalsekretär des Golfkooperationsrats.

Das ägyptische Außenministerium sicherte den Emiraten Solidarität zu. Die Regierung in Kairo werde dem Land bei allen Herausforderungen beistehen, mit denen die Emirate es vielleicht zu tun bekämen. Auch Bahrain und die international anerkannte Regierung im Jemen verurteilten die mutmaßlichen Sabotageakte auf die Schiffe.

Sabotage-Akte gegen vier Handelsschiffe
Carsten Kühntopp, ARD Kairo
13.05.2019 06:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Mai 2019 um 06:00 Uhr.

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