Ein Forscher von Eli-Lilly testet in einem Labor in Indianapolis mögliche Covid-19-Antikörper. | AP

Neues Mittel gegen Corona EMA prüft Antikörper-Medikament

Stand: 02.02.2021 07:04 Uhr

Die Europäische Arzneimittelagentur treibt die Prüfung eines Antikörper-Mittels zur Behandlung und Vorbeugung gegen das Coronavirus voran. Mit dem Medikament REGN-COV2 soll auch der damalige US-Präsident Trump behandelt worden sein.

Im Kampf gegen das Coronavirus hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) mit der Prüfung eines neuen Corona-Medikaments begonnen, das Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kürzlich für Deutschland eingekauft hatte. Der EMA-Ausschuss für Humanarzneimittel untersuche das auf der Kombination von zwei Antikörpern beruhende Mittel REGN-COV2, teilte die Behörde mit. 

Nach Angaben der EMA erfolgt die Wirksamkeitsprüfung im Rahmen eines sogenannten Rolling-Review-Verfahrens. Dabei bewerten Experten Daten aus Studien, auch wenn diese Versuche noch nicht abgeschlossen sind und noch kein Antrag auf Zulassung gestellt wurde. Das Zulassungsverfahren kann auf diese Weise verkürzt werden. 

Medikament soll Coronaviren reduzieren

Vorläufige Ergebnisse einer Studie legen der EMA zufolge nahe, dass das Medikament, das gemeinsam vom US-Hersteller Regeneron und vom Schweizer Unternehmen Hoffmann-La Roche entwickelt wurde, die Anzahl von Coronaviren im Blut senkt. Es sei aber noch zu früh, um Schlussfolgerungen über das Verhältnis von Nutzen und Risiken zu ziehen, betonte die EMA.

Demnach werden zunächst Laborergebnisse und Untersuchungen an Tieren geprüft. Die Resultate klinischer Tests sollen an die Reihe kommen, sobald sie vorliegen. Das Prüfverfahren werde so lange fortgesetzt, bis es genug Daten gebe, damit das Unternehmen einen förmlichen Zulassungsantrag stellen könne. Ob die EMA der EU-Kommission die Zulassung für Europa empfehlen wird, ist daher noch offen. 

Notfallzulassung von REGN-COV2 in den USA

In den USA gibt es für das Antikörper-Medikament dagegen bereits eine Notfallzulassung der Arzneimittelbehörde FDA. Im vergangenen Jahr soll REGN-COV2 dort bereits zur Behandlung der Covid-Infektion des damaligen US-Präsidenten Donald Trump eingesetzt worden sein.

Bundesgesundheitsminister Spahn hatte Ende Januar den Ankauf von 200.000 Dosen von zwei Antikörper-Medikamenten zur Corona-Behandlung für rund 400 Millionen Euro bekanntgegeben. Sie sollen zunächst in Uni-Kliniken bei Risikopatienten in der Frühphase eingesetzt werden. Neben REGN-COV2 bestellte das Ministerium ein Mittel des US-Pharmaunternehmen Eli Lilly, das ebenfalls sogenannte monoklonale Antikörper enthält. Sie werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen können.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Februar 2021 um 08:00 Uhr.