Feuerwehrleute am Ort des zerstörten World Trade Centers (Archivbild). | Bildquelle: AP

Anschläge vom 11. September Das Sterben geht weiter

Stand: 11.09.2019 03:33 Uhr

Vor 18 Jahren starben bei den Anschlägen vom 11. September in den USA Tausende Menschen. Auch heute noch fordert der einschneidende Tag Todesopfer.

Von Antje Passenheim und Stefanie Dodt, ARD-Studio New York

Er ist der 200. Feuerwehrmann, der an den Folgen der Terroranschläge gestorben ist. Richard Driscolls Name steht nun in goldenen Buchstaben auf der schwarzen Gedenktafel des New York Fire Departments.

"Er liebte es, Feuerwehrmann zu sein", sagt die Frau mit dem grauen Haar, die eine weiße Rose niederlegt - für ihren Mann. Unter die Gedenktafel, auf die allein in den vergangenen zwölf Monaten 22 neue Namen kamen.

Richard Driscoll war einer der "First Responder" - der Ersthelfer, die sich ohne zu zögern in die Wolke aus Gift und Staub begaben, um Menschenleben zu retten. Und sich dabei selbst den Tod holten. Seine Frau ist sich sicher: "Er würde es wieder tun."

Die Luft voller Schadstoffe

343 Feuerwehrleute starben direkt unter dem Schutt und im Staub der einstürzenden Türme. Mehr als 200 sind bis heute den Folge-Krankheiten erlegen.

"343 - Schon damals kam uns diese Zahl unglaublich vor. Und am Ende werden es vielleicht sogar tausend."

New Yorks Feuerwehrchef Daniel Nigro spricht allein von Feuerwehrleuten. Insgesamt sind rund 2400 Menschen an den Spätfolgen der Terroranschläge gestorben. Zehntausende sind erkrankt: Helfer, Polizisten, Anwohner, Mitarbeiter oder Schüler, die kurz nach den Anschlägen zurück in ihre Wohnungen, Büros oder Schulen gelassen wurden, obwohl die Luft noch voller Schadstoffe war.

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Die Anschläge vom 11. September 2001

Eine Chronologie des 11. September in Bildern

Anschläge New York

Ein Tag, der die Welt veränderte: Um 14.57 Uhr (mitteleuropäische Zeit) geht am 11. September 2001 eine erste Eilmeldung ein: "Flugzeug auf World Trade Center gestürzt", berichtet der deutsche Dienst der Nachrichtenagentur Associated Press - elf Minuten nach dem Einschlag.

Tödliche Spätfolgen

Die Erkrankungen reichen von Atemproblemen über Depressionen bis zum gefürchteten 9/11-Krebs. "Für all die Familien der Menschen, die wir nach wie vor durch Krankheiten verlieren, ist jedes Jahr trauriger", sagt Feuerwehrchef Nigro.

Zumindest finanziell bekommen sie inzwischen gesicherte Unterstützung. Nach einer langen Hängepartie für die Opfer und ihre Angehörigen hat Präsident Donald Trump im Juli ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet. Es garantiert den Ersthelfern der Anschläge lebenslange medizinische Versorgung. Für Richard Driscoll kam dieser Trost zu spät. Er starb nach 13-monatiger Krankheit an Lungenkrebs.

Prozess gegen Drahtzieher soll in zwei Jahren beginnen

Der Prozess gegen fünf mutmaßliche Planer der Anschläge soll in zwei Jahren beginnen. Der verdächtigte Drahtzieher Chalid Scheich Mohammed und vier weitere Angeklagte werden des Terrorismus, der Entführung sowie des Mordes in fast 3000 Fällen beschuldigt.

Die Opfer, die später starben, sind da nicht bedacht. Driscolls Witwe Linda weiß nicht, ob das ausstehende Urteil irgendetwas für sie ändern wird.

"Ich habe keinen Hass in meinem Herzen. Ich bin wütend. Ich könnte doch wen-auch-immer hassen. Es würde doch nichts ändern. Ich kann es einfach nicht."

18 Jahre nach 9-11 kommen immer noch weitere Opfer hinzu
Antje Passenheim, ARD New York
11.09.2019 08:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 11. September 2019 um 06:12 Uhr.

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