Der Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, am Wahltag | AFP

Wahlen in der Elfenbeinküste Ouattara bleibt Präsident

Stand: 03.11.2020 09:51 Uhr

Staatschef Ouattara ist erneut zum Präsidenten der Elfenbeinküste gewählt worden. Die Opposition hält seine Kandidatur für illegal, da die Verfassung eine dritte Amtszeit verbietet. Die Wahl war von Gewalt überschattet.

In der Elfenbeinküste hat Amtsinhaber Alassane Ouattara die Präsidentschaftswahl gewonnen. Laut dem vorläufigen Ergebnis der Wahlkommission erreichte der 78-Jährige 94,27 Prozent der Stimmen. Seine Herausforderer erhielten demnach nur 1,66 Prozent und 0,99 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,9 Prozent.

Gegen die Kandidatur des 78-Jährigen für eine dritte Amtszeit gab es seit Wochen gewaltsame Proteste. Die Opposition hatte zum Boykott der Wahl aufgerufen, da aus ihrer Sicht die Kandidatur von Ouattara verfassungswidrig ist. Sie will das Ergebnis nicht anerkennen. Am Wahltag waren mehr als 35.000 Polizisten und andere Sicherheitskräfte im Einsatz. Drei Menschen wurden nach Behördenangaben getötet.

Opposition ist zersplittert

Ouattara hatte im März zwar den Verzicht auf die Kandidatur für eine weitere Amtszeit verkündet, war dann nach dem überraschenden Tod seines designierten Nachfolgers aber doch erneut angetreten. Die Verfassung der Elfenbeinküste erlaubt zwei Amtszeiten.

Der Staatschef argumentiert aber, dass die 2016 verabschiedete neue Verfassung die Uhren zurückstelle und ihm zwei neue Amtszeiten erlaube. Auch war die Opposition zersplittert, da zwei starke Kandidaten, Ex-Präsident Laurent Gbagbo und der ehemalige Rebellenführer Guillaume Soro, nicht zugelassen waren.

Abfolge politischer Krisen

Die Elfenbeinküste mit ihren rund 25 Millionen Einwohnern hat in der Vergangenheit immer wieder politische Unruhen erlebt. Auf den Staatsstreich an Weihnachten 1999 folgte 2002 ein Bürgerkrieg. 2010 brach nach umstrittenen Präsidentenwahlen ein Bürgerkrieg aus, dem etwa 3000 Menschen zum Opfer gefallen sein sollen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. November 2020 um 08:00 Uhr.