Gedenkstätte für die Opfer von El Paso | Bildquelle: AP

Massaker von El Paso Schütze wollte Mexikaner töten

Stand: 09.08.2019 21:50 Uhr

Der Schütze von El Paso hatte es offenbar gezielt auf Mexikaner abgesehen. Das gab der Tatverdächtige Berichten zufolge bei seiner Festnahme an. Die Ermittler waren schon kurz nach der Tat von einem rassistischen Motiv ausgegangen.

Der Todesschütze von El Paso wollte bei seinem Angriff in der Grenzstadt nach eigenen Angaben vor allem Mexikaner töten. Das geht aus einem von mehreren US-Medien veröffentlichten Bericht der örtlichen Polizei hervor. Demnach gab sich der Tatverdächtige kurz nach der Tat an einer Kreuzung zu erkennen. Er sei mit erhobenen Händen aus dem Fahrzeug gestiegen und habe laut gesagt: "Ich bin der Schütze".

Auf sein Recht, die Aussage zu verweigern, verzichtete der Mann dem Bericht zufolge nach seiner Festnahme. Er habe den Beamten geschildert, wie er aus seiner mehr als 1000 Kilometer entfernten texanischen Heimatstadt Allen nach El Paso gefahren sei und dort das Einkaufszentrum mit seinem Sturmgewehr "und mehreren Magazinen Munition" betreten habe.

Acht Mexikaner unter den Todesopfern

Bei der Attacke am vergangenen Samstag tötete der Angreifer insgesamt 22 Menschen, rund zwei Dutzend weitere wurden verletzt. Der Schütze hatte in einem Einkaufszentrum um sich geschossen. Viele der Toten hatte lateinamerikanische Nachnamen, acht der Opfer waren mexikanische Staatsbürger. Auch ein Deutscher kam ums Leben.

El Paso liegt direkt an der Grenze zu Mexiko, gegenüber der Stadt Ciudad Juárez. Viele Mexikaner kreuzen täglich die Grenze, um in den USA zu arbeiten oder einzukaufen. Zudem leben viele Mexikaner in der Stadt. Der Großteil der Bevölkerung ist lateinamerikanischer Herkunft.

Trump in der Kritik

Der mutmaßliche Täter ist nach Angaben der Polizei ein 21-jähriger Weißer. Die Ermittler gehen von einem rassistischen Motiv aus. Der Verdächtige hatte vor der Tat ein Online-Manifest veröffentlicht, in dem von einer "hispanischen Invasion" die Rede ist - ein Terminus, den auch US-Präsident Donald Trump häufig verwendet, um die illegale Einwanderung aus Lateinamerika anzuprangern.

Seit der Tat steht daher auch der Präsident selbst in der Kritik. US-Politiker und Bewohner El Pasos werfen ihm vor, mit seiner aggressiven Rhetorik selbst Rassismus und Gewalt zu schüren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. August 2019 um 22:00 Uhr.

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