Der mexikanische Drogenboss Joaquin "El Chapo" Guzman (Archiv) | Bildquelle: dpa

Urteil gegen "El Chapo" Lebenslang plus 30 Jahre

Stand: 17.07.2019 16:48 Uhr

Der mexikanische Drogenboss "El Chapo" Guzmán ist zu lebenslanger Haft in einem US-Gefängnis verurteilt worden. Ein Richter in New York entschied, dass eine vorzeitige Entlassung ausgeschlossen ist.

Gerichtszeichnung der Verhandlung mit Drogenboss El Chapo | Bildquelle: dpa
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Während der Verhandlungen durften keine Fotos gemacht werden. Deshalb gibt es nur Gerichtszeichnungen wie diese.

Ein Gericht in New York hat den mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán dazu verurteilt, den Rest seines Lebens in einem US-Gefängnis bleiben zu müssen. Der 62-Jährige sei zu lebenslanger Haft plus 30 Jahre verurteilt worden und dürfe keinen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen, sagte Richter Brian Cogan.

Schadensersatz in zweistelliger Milliardenhöhe

Außerdem forderte das Gericht "El Chapo" auf, eine Summe von 12,6 Milliarden Dollar (etwa 11,2 Milliarden Euro) zu zahlen. Dies sei eine "konservative Schätzung" der Summe, die Guzmán aus der Drogenkriminalität eingenommen habe, hatte die Staatsanwaltschaft zuvor mitgeteilt.

In einem der größten Prozesse zu Drogenkriminalität in der Geschichte der USA hatte eine Jury "El Chapo" vor fünf Monaten in allen zehn Anklagepunkten für schuldig befunden - unter anderem wegen Beteiligung an einer Verbrecherorganisation, Herstellung und internationaler Verbreitung der Drogen Kokain, Heroin, Methamphetamin und Marihuana sowie wegen Geldwäsche und Gebrauchs von Schusswaffen.

Todesstrafe durch Deal ausgeschlossen

Die Staatsanwaltschaft hatte sich für eine lebenslange Haftstrafe ausgesprochen. Guzmáns Verteidiger hatten bis zuletzt erfolglos versucht, den Prozess neu aufrollen zu lassen. Die nach Bundesgesetz zulässige Todesstrafe war nach einer Einigung zwischen den USA und Mexiko, von wo aus Guzmán nach seiner Festnahme ausgeliefert worden war, ausgeschlossen.

Vor der Bekanntgabe des Strafmaßes hatte sich der 62-jährige Guzmán über die Umstände seiner Inhaftierung beschwert. Er sagte dem Richter, ihm sei ein fairer Prozess verwehrt worden. Richter Cogan habe Vorwürfe eines Fehlverhaltens auf Seite der Geschworenen nicht gründlich untersucht.

Spektakuläre Gefängnisausbrüche

Der mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán wird von Soldaten abgeführt.
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Guzmán bei seiner Festnahme im Jahr 2016 - nach seinem zweiten Gefängnisausbruch.

Guzmán, der wegen seiner Körpergröße von 1,64 Meter den Spitznamen "El Chapo" ("der Kurze") trägt, ist derzeit in einem Hochsicherheitsgefängnis in New Yorks Stadtteil Manhattan inhaftiertt. In Mexiko gelang es dem Ex-Drogenboss bereits zwei Mal, aus dem Gefängnis auszubrechen: 2001 entkam er in einem Wäschekorb und 2015 durch einen Tunnel, den Komplizen bis unter seine Zelle gegraben hatten. Es gilt als wahrscheinlich, dass Guzmán nun in ein Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Colorado verlegt wird.

Lebenlang für mexikanischen Drogenbaron "El Chapo"
Peter Mücke, ARD New York
17.07.2019 17:08 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. Juli 2019 um 16:45 Uhr.

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