Schwer bewaffnete Mitglieder des Sinaloa-Drogenkartells blockieren die Straßen in Culiacán. | Bildquelle: REUTERS

Mexiko Straßenkämpfe um "El Chapo"-Sohn

Stand: 18.10.2019 10:38 Uhr

Fahnder haben im mexikanischen Culiacán einen Sohn des Drogenbarons "El Chapo" lokalisiert. Nach heftigen Straßenkämpfen, bei denen auch Häftlinge ausbrachen, traten die Sicherheitskräfte jedoch den Rückzug an.

Im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa ist es zu intensiven Schusswechseln und schweren Kämpfen gekommen. Sicherheitskräfte hatten in der Stadt Culiacán einen der Söhne des Drogenbarons Joaquín "El Chapo" Guzmán lokalisiert.

Nach Angaben des mexikanischen Sicherheitsministers Alfonso Durazo waren 30 Mitglieder der Nationalgarde und der Armee in Culiacán unterwegs, als von einem Haus aus auf sie geschossen wurde. Sie hätten den Angriff erwidert und in dem Haus Ovidio Guzmán López angetroffen.

Dann sei das Gebäude jedoch von schwer bewaffneten Schützen des organisierten Verbrechens umstellt worden. Die Sicherheitskräfte seien in Unterzahl gewesen und hätten den Einsatz abgebrochen, "mit dem Ziel, das Wohlergehen und die Ruhe der Gesellschaft in Culiacán zu schützen", so Durazo.

Mexikanische Medien hatten zunächst berichtet, Guzmán López sei festgenommen worden. Ein Anwalt der Familie sagte der Nachrichtenagentur AP jedoch, die Familie habe ihm mitgeteilt: "Ovidio ist am Leben und frei." Eine Bestätigung von offizieller Seite gab es dafür zunächst nicht.

Mit einem brennenden Bus blockieren Mitglieder des Drogenkartells eine Straße in Culiacán. | Bildquelle: REUTERS
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Mit einem brennenden Bus blockieren Mitglieder des Drogenkartells eine Straße in Culiacán.

Nicht der bekannteste Sohn "El Chapos"

In Sinaloa ist das gleichnamige Drogenkartell beheimatet, das "El Chapo" geführt hatte. Er war 2016 festgenommen und im Juli in den USA zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Guzmán hat viele Kinder, unter denen nach seiner Festnahme ein Kampf um seine Nachfolge ausbrach. Nach bisherigen Erkenntnissen wird das Sinaloa-Kartell derzeit von Iván Archivaldo Guzmán und Jesús Alfredo Guzmán geführt, gemeinsam mit einem weiteren Mann. Die beiden Brüder sind als "Los Chapitos" ("die kleinen Chapos") bekannt. Ovidio Guzmán López, der in den USA wegen Drogenschmuggels gesucht wird, ist dagegen einer der weniger bekannten Söhne des ehemaligen Drogenbosses.

Schwere Straßenkämpfe

Nach der Lokalisierung des Guzmán-Sohnes in Culiacán brach dort Gewalt aus. Bewaffnete Zivilisten brausten in Lkw durch das Stadtzentrum und schossen, möglicherweise aus Präzisionsgewehren und Maschinengewehren. Auf Videos in sozialen Netzwerken waren Szenen zu sehen, die an Kriegsgebiete erinnerten.

Der Sicherheitsdirektor des Bundesstaates, Cristóbal Castañeda, sagte dem Fernsehsender Milenio, es gebe Verletzte. Ihm zufolge blockierten Bewaffnete Straßen mit brennenden Autos - eine gebräuchliche Taktik, um Sicherheitskräfte zu behindern. Gleichzeitig brachen ihm zufolge 20 bis 30 Häftlinge aus. Die Polizei konnte nur einige von ihnen wieder fassen.

Anwohnern wurde geraten, ihre Häuser nicht zu verlassen. Der Fußballverein Dorados sagte ein Spiel ab, der Schulunterricht wurde abgesagt. Die Geschäfte sollen laut Gouverneur Quirino Ordaz zwar normal öffnen. Berichten zufolge fahren jedoch keine öffentlichen Verkehrsmittel oder Taxis.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. Oktober 2019 um 05:00 Uhr.

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