Polizei in Ecuador | Bildquelle: REUTERS

Proteste gegen Spritpreise Hunderte Festnahmen in Ecuador

Stand: 05.10.2019 11:02 Uhr

Mit der Verhängung des Ausnahmezustands wollte Ecuadors Präsident Moreno die Lage im Land beruhigen. Doch erneut kam es bei Protesten gegen erhöhte Spritpreise zu Ausschreitungen. 368 Menschen wurden festgenommen.

Bei Protesten gegen erhöhte Spritpreise in Ecuador hat es erneut schwere Ausschreitungen gegeben. In der Hauptstadt Quito zerstörten Demonstranten ein Dutzend Polizeiwagen, sagte Innenministerin Maria Paula Romo. 368 Menschen wurden nach Angaben des Präsidialamts wegen Plünderungen und Behinderung des öffentlichen Verkehrs festgenommen.

Die Transportunternehmen des Landes beendeten unterdessen am Freitagabend einen zweitägigen Streik. Lastwagen-, Bus- und Taxiunternehmer distanzierten sich von den Ausschreitungen und verlangen von der Regierung, die erhöhten Kraftstoffkosten auf die Transporttarife übertragen zu können.

Staatschef Lenin Moreno begrüßte die Aufhebung des Streiks und erklärte seine Bereitschaft zum Dialog mit den betroffenen Unternehmern.

Ausnahmezustand ausgerufen

Moreno hatte am Donnerstag den Ausnahmezustand in dem südamerikanischen Land für 60 Tage ausgerufen. Die Verfassung ermächtigt den Staatschef im Fall eines Ausnahmezustands zur Einschränkung der Pressefreiheit und zum Einsatz der Streitkräfte. Militäreinheiten stellten während des Streiks Fahrzeuge zur öffentlichen Beförderung bereit.

Durch die Streichung von Regierungssubventionen sind die Benzinpreise um 25 Prozent und die Dieselpreise um 100 Prozent gestiegen. Die Maßnahme ist Teil von Strukturreformen, zu deren Umsetzung sich die Regierung im Gegenzug für einen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar verpflichtet hat.

Proteste in Ecuador gegen höhere Spritpreise
tagesschau 12:00 Uhr, 05.10.2019

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. Oktober 2019 um 09:00 Uhr.

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