Erneut kam es bei Protesten in Ecuador zu Ausschreitungen. | Bildquelle: AP

Proteste in Ecuador Ausgangssperre nach schweren Unruhen

Stand: 13.10.2019 04:05 Uhr

In Ecuadors Hauptstadt Quito ist es erneut zu schweren Unruhen gekommen. Staatschef Moreno verhängte eine Ausgangssperre. Protestierende und Regierung zeigen sich allerdings auch zu Gesprächen bereit.

Ecuadors Präsident Lenin Moreno hat eine Ausgangssperre für die Hauptstadt Quito und angrenzende Täler verhängt. Auf Twitter schrieb er, die Ausgangssperre werde Handlungen der Sicherheitskräfte gegen die "unerträglichen Gewaltausbrüche erleichtern". Das Gebiet werde überdies unter Militärkontrolle gestellt.

Zuvor war es bei Protesten in Quito erneut zu Unruhen gekommen. Demonstranten griffen ein Regierungsgebäude an und besetzten es schließlich. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP warf eine Gruppe von Protestierenden Molotowcocktails auf das Gebäude des Rechnungshofes und drang in das Innere des Gebäudes ein. Polizisten gingen mit Tränengas gegen Demonstranten vor, die sich am Parlamentsgebäude versammelt hatten.

Innenministerin María Paula Romo gab später bei Twitter bekannt, dass 30 Menschen vor dem Gebäude festgenommen worden sein.  Darüberhinaus wurden der Sitz des FernsehsendersTeleamazonas und der Zeitung "El Mercurio" angegriffen, wie die Medien mitteilten.

Demonstranten auf dem Dach des Rechnungshofes. | Bildquelle: Jose Jacome/EPA-EFE/REX
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Demonstranten auf dem Dach des Rechnungshofes.

Protestierende zu Gesprächen bereit

Die Dachorganisation der indigenen Völker Ecuadors, die zu den Anführern der Proteste gehört, erklärte, an keinem der Angriffe beteiligt gewesen zu sein. Kurz zuvor hatte sie sich zu einem direkten Dialog mit dem Präsidenten bereit gezeigt. Man bewerte die Aufforderung des Präsidenten "positiv", mit ihm über die Streichung der Treibstoffsubventionen zu sprechen, hieß es in einer Mitteilung auf Twitter. Moreno hatte am Freitag in einer Fernsehansprache zum Dialog aufgerufen. Die Indigenen machten jedoch zur Bedingung, dass die Gespräche öffentlich geführt und im Fernsehen übertragen werden müssten.

Ausgangssperre nach schweren Unruhen
tagesschau 09:59 Uhr, 13.10.2019

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Wirtschaftskrise in Ecuador

Bereits am Mittwoch hatte Moreno als Reaktion auf anhaltende Proteste eine nächtliche Ausgangssperre in der Nähe von wichtigen öffentlichen Gebäuden verhängt. Die Massenproteste wurden ausgelöst durch die Aufhebung der Subventionen für Benzin und Diesel. Die Preise für Kraftstoff haben sich inzwischen mehr als verdoppelt.

Ecuador steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Die Regierung hat einen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 4,2 Milliarden US-Dollar erhalten und sich verpflichtet, im Gegenzug öffentliche Ausgaben zu kürzen. Der Abbau der in den 1970er Jahren eingeführten Kraftstoffsubventionen ist Teil der Verpflichtungen.

Ausgangssperre schweren Unruhen in Ecuador
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
13.10.2019 07:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Oktober 2019 um 04:53 Uhr.

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