Nahe Kasindi im Ostkongo wird bei den Menschen, die die Grenze nach Uganda passieren, die Temperatur gemessen. | Bildquelle: AP

Grenzregion zum Kongo Ebola erreicht Uganda - erster Todesfall

Stand: 12.06.2019 15:35 Uhr

Seit dem Ausbruch des Ebola-Virus im Kongo im August 2018 sind etwa 1400 Menschen gestorben. Nun ist das Virus auch im Nachbarland Uganda nachgewiesen worden. Ein Fünfjähriger starb an den Folgen.

Die Ebola-Epidemie hat nach dem Kongo nun auch das benachbarte Uganda erreicht. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starb ein fünfjähriger Junge an der Tropenkrankheit. Es handele sich um den ersten nachgewiesenen Fall in dem ostafrikanischen Land seit dem Ausbruch der Epidemie im Kongo im vergangenen Jahr.

Der Junge sei mit seiner Familie aus dem Kongo nach Uganda gekommen. Zwei weitere Familienmitglieder, sein dreijähriger Bruder und seine 50 Jahre alte Großmutter, seien ebenfalls an Ebola erkrankt, so die WHO. Damit hat Uganda nun drei registrierte Ebola-Fälle.

Ende der Woche startet Impfkampagne

Die ugandische Regierung und die WHO entsandten ein Expertenteam nach Kagando im Südwesten des Landes. Am Freitag solle eine Impfkampagne in der Region gestartet werden, kündigte der Chef der WHO in Uganda, Yonas Tegegn Woldemariam, an. 3500 Dosen des Impfstoffs seien bereits unterwegs. Spezifische Heilmittel gegen Ebola gibt es nicht. Der Impfstoff ist noch nicht allgemein zugelassen.

Ebola war im August 2018 im Osten des Kongos ausgebrochen. Seither sind fast 1400 Menschen an den Folgen des Virus gestorben. Die WHO warnte seit Monaten vor einer Ausbreitung der Epidemie auf andere Teile des Kongos oder Nachbarländer.

Uganda hatte in den vergangenen Monaten mit internationaler Unterstützung bereits Vorkehrungen für ein mögliches Einschleppen von Ebola getroffen. Dazu gehörte auch die Verabreichung eines experimentellen Impfstoffs an Tausende Mitarbeiter des Gesundheitswesens.

Bei Einreisenden wird die Temperatur gemessen

An der Grenze zu Uganda werden zudem alle Menschen routinemäßig auf Fieber untersucht, um ein Einschleppen von Ebola zu verhindern. Allein im Ort Kasindi überqueren täglich bis zu 25.000 Menschen die Grenze. Wegen der Gewalt in den kongolesischen Provinzen Nord-Kivu und Ituri ist es schwierig, den bislang zweitschwersten bekannten Ebola-Ausbruch unter Kontrolle zu bringen.

Erster Ebola Toter in Uganda
Bettina Rühl, ARD Nairobi
12.06.2019 16:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Juni 2019 um 15:00 und 16:00 Uhr.

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