Beschäftigte des Gesundheitswesens bereiten in Goma Impfungen gegen Ebola vor. | Bildquelle: REUTERS

Kongo und Ruanda Sorgen vor Ebola - beiderseits der Grenze

Stand: 01.08.2019 20:34 Uhr

Weil aus dem Kongo ein weiterer Ebola-Fall gemeldet wurde, hatte Ruanda seine Grenze geschlossen. Nun ist sie wieder geöffnet - der Fall zeigt, wie groß die Angst ist, dass sich das Virus weiter ausbreitet.

Die Ebola-Krise im Kongo hat beim Nachbarn Ruanda neue Sorgen ausgelöst. Zwischenzeitlich hatte das Land laut Regierungsangaben die Grenze zum Kongo geschlossen. Mittlerweile ist der Übergang in die kongolesische Millionenstadt Goma aber offenbar wieder passierbar.

Die ruandische Gesundheitsministerin Diane Gashumba sagte laut Nachrichtenagentur Reuters, dass es im Grenzverkehr zwar Verzögerungen gegeben habe, geschlossen sei der Übergang aber nicht gewesen. Grund für die langen Wartezeiten seien zusätzliche Gesundheitskontrollen wegen neuer Infektionen in Goma gewesen, so Gashumba.

Einjähriges Mädchen infiziert

In Goma war ein dritter Fall des gefährlichen Virus festgestellt worden. Es handele sich dabei um ein einjähriges Mädchen, sagte Michel Yao von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Patientin sei die Tochter des zweiten Ebola-Patienten aus der Stadt, bei dem das Virus festgestellt wurde. Der Mann und Vater war am Mittwoch an der Krankheit gestorben.

Goma liegt direkt an der Grenze zu Ruanda. Seit dem Auftreten des ersten Falls in der Stadt vor zwei Wochen ist das Risiko einer Ausbreitung in das Nachbarland gestiegen. Die WHO hatte danach eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen.

Ebola-Ausbruch vor einem Jahr gemeldet

Vor einem Jahr, am 1. August 2018, hatten die kongolesischen Behörden den Ausbruch der WHO gemeldet. Seitdem sind mindestens 2701 Menschen an Ebola erkrankt und 1813 Menschen gestorben. Dieser Ausbruch ist besonders schwer in den Griff zu bekommen, da in den konfliktreichen Provinzen Nord-Kivu und Ituri Milizen aktiv sind. Nach der Epidemie in Westafrika in den Jahren 2014 und 2015 mit über 11.000 Toten ist dies der bislang schlimmste Ebola-Ausbruch.

Ein Jahr Ebola in DR Kongo - WHO besorgt
Dietrich Karl Mäurer, ARD Zürich
01.08.2019 14:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 01. August 2019 um 20:18 Uhr.

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