Mann mit der Aufschrift "Good Bye Ebola" am Oberkörper in der liberianischen Hauptstadt Monrovia

Die Folgen der Ebola-Epidemie Was kommt nach dem Sterben?

Stand: 13.06.2015 10:44 Uhr

Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat

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West Point, Liberia: Arm und dem tödlichen Virus ausgeliefert

Frauen waschen Wäsche inmitten von Müll in West Point
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75.000 Einwohner hat West Point, einer der ärmsten Slums Liberias. Müllberge und unerträglicher Gestank bestimmen das Leben hier. Während einer zehntägigen Quarantäne wurde West Point im letzten Jahr komplett abgeriegelt.

West Point, Liberias größter Slum, direkt vor den Toren der Hauptstadt Monrovia. Auf der schmalen Landzunge an der Bucht leben 75.000 Menschen auf engstem Raum, in Wellblechhütten und Baracken. Die meisten Bewohner sind ehemalige Flüchtlinge aus Liberias blutigem Bürgerkrieg. Viele haben damals für Ex-Präsident Charles Taylor gekämpft, schon als Kindersoldaten. Wer aus West Point stammt, galt in Liberia immer schon als Verlierer. Arbeit hat hier so gut wie keiner.

Schon am frühen Morgen sitzen Männer mit leeren Gesichtern in einem Bretterverschlag am Strand. Sie trinken "Cane Juice" - vergorenen Zuckerrohrsaft. Eine Heroin-Pfeife macht die Runde. Eine Frau stillt ihr Baby, andere waschen Wäsche. Nebenan erleichtern sich Kinder und streunende Hunde mitten auf dem Strand. Toiletten gibt es in West Point nicht. In der Hitze von über 30 Grad steigt beißender Gestank auf  - eine Mischung aus Kot, Urin und Alkohol.

Hunderte Menschen sind in West Point an Ebola gestorben, die Seuche konnte sich leicht verbreiten. Ende August letzten Jahres wurde das ganze Viertel unter Quarantäne gestellt. Das Militär kontrollierte die einzige Zufahrtsstraße, Stacheldraht wurde gespannt. Tausende Menschen wurden ihrem Schicksal überlassen - die gelieferten Nahrungsmittel waren bald aufgebraucht. Es kam zu schweren Unruhen mit Toten und Verletzten. Nach zehn Tagen musste Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf die Quarantäne beenden.

Bangari Yogi wundert sich bis heute, dass er diese Zeit als einer der wenigen aus seiner Familie überlebt hat. Was er mit seinem wiedergewonnenen Leben jetzt anfangen soll, weiß der 21-jährige Bangari nicht. Hilfsorganisationen oder gar Mitarbeiter der Regierung hätten sich hier in West Point schon lange nicht mehr blicken lassen.

Resignation macht sich breit:

Bangari Yogi über Ebola in seiner Familie und über das Leben danach
A. Göbel, ARD Rabat
13.06.2015 10:44 Uhr

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Am liebsten würde der junge Mann Apotheker werden, wie sein Vater, der an Ebola gestorben ist. Doch ohne Unterstützung wird es für Yogi wohl ein Traum bleiben: "Ich kann kein Schulgeld bezahlen, es gibt niemanden, der mir hilft. Ich sitze hier herum und kann nichts tun".

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