Mann mit der Aufschrift "Good Bye Ebola" am Oberkörper in der liberianischen Hauptstadt Monrovia

Die Folgen der Ebola-Epidemie Was kommt nach dem Sterben?

Stand: 13.06.2015 10:44 Uhr

Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat

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Als der internationale Hilfsapparat im letzten Jahr die Ebola-Gebiete erreichte, waren schon Tausende Menschen gestorben. Dann lief die Hilfe an. Spät kamen die Millionen, aber dann kamen sie mit voller Wucht. Seitdem sind die betroffenen Gebiete gewissermaßen in der Hand der internationalen Organisationen, der Nichtregierungsorganisationen. Das Geld aus aller Welt bestimmt, wie die Ebola-Hilfe läuft.

Jährliches Treffen der Weltbank-Gruppe und des Internationalen Währungsfonds 2014 mit dem Schwerpunktthema Ebola
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Beim Jahrestreffen der Vertreter der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds im Oktober 2014 standen die Folgen der Ebola-Epidemie auf des Tagesordnung ganz oben. Der IWF hatte damals 130 Millionen Dollar für die Ebola-gebeutelten Länder bereit gestellt.

Wie viele andere Krisen zeigt die Ebola-Epidemie: Hilfe ist auch Geschäft. Ein Großteil der Hilfsfonds, die die Arbeit der UN-Ebola-Mission, der Regierungsbehörden, aber auch zahlreicher Nichtregierungsorganisationen finanzieren, geht für Gehälter drauf. Gehälter der internationalen Helfer, aber auch vieler lokaler Mitarbeiter, die sozusagen dank Ebola oft zum ersten Mal überhaupt ein regelmäßiges Einkommen haben. Reisekosten verschlingen die Budgets, dazu kommen Versicherungen, Fuhrparks und die horrenden Mieten von Büros und Unterkünften.

Begehrlichkeit statt Verantwortungsgefühl

Daran verdienen in den drei von Ebola am meisten betroffenen Ländern vor allem libanesische Geschäftsleute. Ihnen gehören die meisten Hotels und Restaurants, auf Monate hinaus haben steuerfinanzierte Organisationen aus aller Welt die Mieten für ganze Hotelanlagen gezahlt. Aktivisten wie Josephine Tengbeh von Medica Liberia wundern sich über die Verteilung der Gelder. Sie können nur hoffen, dass die Regierungen die Verantwortung übernehmen, auch für das andere große Problem - die Korruption.

Allein in Sierra Leone gelten rund sechs Millionen Euro Ebola-Hilfsgelder als veruntreut, Gehälter für Soldaten und Polizisten sollen mit Ebola-Hilfen bezahlt worden sein, für die Anschaffung von Dutzenden Fahrzeugen gibt es keine Quittungen. Die Regierung in Freetown schweigt. Denn das dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein.

Dafür machen sich die Aktivisten umso mehr Gedanken:

Josephine Tengbeh über finanzielle Hilfe und Korruption
A. Göbel, ARD Rabat
13.06.2015 10:44 Uhr

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