Mann mit der Aufschrift "Good Bye Ebola" am Oberkörper in der liberianischen Hauptstadt Monrovia

Die Folgen der Ebola-Epidemie Was kommt nach dem Sterben?

Stand: 13.06.2015 10:44 Uhr

Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat

2/5
Moa Wharf, Sierra Leone: Aufklärung dort, wo es fast unmöglich ist, nichts zu berühren
 

"Ärzte ohne Grenzen": Den Übergang ins Ungewisse begleiten

Magbass, Sierra Leone: Nach Ebola kommt der Hunger
 
3/5
"Ärzte ohne Grenzen": Den Übergang ins Ungewisse begleiten
 

Magbass, Sierra Leone: Nach Ebola kommt der Hunger

Ebola-Hilfe: Das Geschäft mit dem Leid
 
Das Dorf Magbass in Sierra Leone
galerie

Lehmhütten bestimmen das Straßenbild von Magbass. In dem Bauerndorf ist unter anderem eine der größten Zuckerplantagen Westafrikas angesiedelt. Nach dem Ebola-Ausbruch kämpfen die Bauern ums Überleben.

Holz- und Lehmhütten, ein Brunnen, ein Gemeindehaus. Magbass ist ein typisches Bauerndorf, tief in den Tropenwäldern von Sierra Leone. Über 40 Menschen sind allein in diesem Dorf an Ebola gestorben, sie liegen weit hinter dem Dorf begraben, niemand traut sich dort hin. Vier Monate war der größte Teil von Magbass abgeriegelt. Erst seit wenigen Wochen ist das Dorf Ebola-frei. Ibrahim Sesay ist Reisbauer. Das heißt, er war es, wie die meisten hier.

Jetzt geht es ihnen darum, irgendwie zu überleben:

Ibrahim Sesay über die Situation der Bauern in Sierra Leone
A. Göbel, ARD Rabat
13.06.2015 10:44 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Ebola hat genau die Kettenreaktion ausgelöst, vor der Agrarexperten immer gewarnt haben: Die Nahrungsmittel sind knapp. Nicht überall im Land. Aber zehntausenden Menschen stehen harte Zeiten bevor - dabei haben sie gerade erst Ebola überstanden. Etwa 400 bis 600 Dörfer sind von der Lebensmittelknappheit betroffen, vermuten Vertreter der Deutschen Welthungerhilfe in Sierra Leone.

Ein Tropfen auf den heißen Stein

In Magbass ist die Aufregung groß. Endlich kommt Hilfe. Zwar nicht vom Welternährungsprogramm, das anderswo seinen subventionierten Reis aus dem Ausland verteilt - aber von einer kleinen privaten Hilfsorganisation. Von einem Pick-Up-Geländewagen werden 15 Säcke mit Reis und Erdnüssen abgeladen. Alles soll gerecht unter den Familien verteilt werden. Hier in Magbass ein Tropfen auf den heißen Stein.

Ebola: Ländliche Region in Sierra Leone
galerie

Die Hilfe, die auf diesem Truck nach Magbass gebracht wird, ist bei weitem nicht genug. Wie lange reichen den Dorfbewohnern die 15 Säcke Reis und Erdnüsse?

Auf dem Dorfplatz stehen stehen zwei kleine, schmächtige Jungs in löchrigen Unterhosen und T-Shirts. Mit verheulten Augen klammern sie sich an ihrer Großmutter fest. Alhaji, sieben Jahre, sein Bruder Sekou, fünf Jahre alt. Die Eltern und die anderen vier Geschwister sind an Ebola gestorben. Magbass sei ein vergessener Ort - wie so viele, sagt Reisbauer Ibrahim Sesay mit erstickter Stimme. Kein Abgeordneter, kein Funktionär aus der Hauptstadt, kein Mitarbeiter der so genannten National Ebola Response Teams habe sich hier blicken lassen.

Dorfbewohner von Magbass bei der Verteilung von Lebensmitteln.
galerie

Im Gemeindehaus von Magbass haben sich die Dorfbewohner zur Verteilung von Reis- und Erdnussportionen versammelt. Je nach Schwere der Situation und nach Größe der Familie sind die Portionen unterschiedlich groß.

4/5
Magbass, Sierra Leone: Nach Ebola kommt der Hunger
 

Ebola-Hilfe: Das Geschäft mit dem Leid

West Point, Liberia: Arm und dem tödlichen Virus ausgeliefert
 
5/5
Ebola-Hilfe: Das Geschäft mit dem Leid
 

West Point, Liberia: Arm und dem tödlichen Virus ausgeliefert

Darstellung: