Mann mit der Aufschrift "Good Bye Ebola" am Oberkörper in der liberianischen Hauptstadt Monrovia

Die Folgen der Ebola-Epidemie Was kommt nach dem Sterben?

Stand: 13.06.2015 10:44 Uhr

Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat

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Moa Wharf, Sierra Leone: Aufklärung dort, wo es fast unmöglich ist, nichts zu berühren
 

"Ärzte ohne Grenzen": Den Übergang ins Ungewisse begleiten

Magbass, Sierra Leone: Nach Ebola kommt der Hunger
 

Wie geht es weiter? Das fragen sich die Menschen in Sierra Leone, und das fragt sich auch Gisa Kohler, Landeskoordinatorin von "Ärzte ohne Grenzen" in Sierra Leone. Ihre Organisation hat von Anfang an Alarm geschlagen, gewarnt. Schon damals, als noch niemand zuhören wollte. "Ärzte ohne Grenzen" unterhält in Sierra Leone wie auch in Liberia und Guinea viele Ebola-Behandlungszentren, kümmert sich um Überlebende, die zum Teil an schweren gesundheitlichen Folgen leiden. Auch wenn Ebola in Sierra Leone langsam zurückgehe, sagt Gisa Kohler, es gelte, wachsam zu bleiben, die Zentren offen zu halten, und weiterzudenken.

Mitarbeiter von "Ärzte ohne Grenzen" sitzt im Hof, wo desinfizierte Gummistiefel hängen
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Seit März 2014 kämpfen Mitarbeiter von "Ärzte ohne Grenzen" in den Ebola-Gebieten gegen die Epidemie an. 185 internationationale und etwa 1.150 lokale Helfer gehen im Einsatz das Risiko ein, sich selbst mit dem Virus anzustecken. Um die Gefahr zu minimieren, wird die Schutzkleidung täglich entsorgt. Nur Schutzbrillen, Gummihandschuhe und Gummistiefel werden nach der Desinfektion wieder verwendet.

Mindestens zwei Jahre will Ärzte ohne Grenzen noch bleiben, um den Übergang zu begleiten. Den Übergang wohin? In einem Land, das bankrott ist. In dem viele Krankenhäuser weder fließendes Wasser, noch Toiletten haben. In dem die meisten heimischen Ärzte an Ebola gestorben sind. In einem Land, in dem es bald auch keine kostenlosen Behandlungen mehr für Schwangere und Kinder geben wird, wie die Regierung es beschlossen hat.

Und dann hat die Bevölkerung wirklich ein Problem:     

Gisa Kohler: "Es gibt keinen Weg zurück"

13.06.2015 10:44 Uhr

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Die Mitarbeiter von "Ärzte ohne Grenzen" vor einem Behandlungszentrum in Sierra Leone
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Für die Bewohner von Hastings, Sierra Leone, sind die Mitarbeiter und Helfer von "Ärzte ohne Grenzen" die wahren Helden. Die Organisation hat hier eine Polizeischule zu einem Behandlungszentrum umgebaut, in dem schwangere Frauen und junge Mütter auf Ebola getestet werden. Kurz nachdem dieses Foto aufgenommen wurde, ist in dem Zentrum ein Baby geboren worden, Mutter und Kind haben überlebt.

Grundsatzproblem Gesundheitsversorgung

Wie im Nachbarland Liberia war der Gesundheitssektor schon lange vor Ebola zusammengebrochen - durch die Bürgerkriege, durch Korruption, Vernachlässigung. Später waren es aber auch die mit Entwicklungsmillionen belohnten Privatisierungskampagnen der Weltbank, die das öffentliche Gesundheitssystem immer weiter ausgehöhlt haben. Dann kam Ebola und die Weltgesundheitsorganisation WHO konnte dem Virus nichts entgegensetzen. Weil ihr die Mittel fehlten, so der Vorwurf von Thomas Gebauer, Geschäftsführer der deutschen Organisation Medico International. 

Die internationalen Helfer gehen, aber das grundsätzliche Problem bleibt: Für die meisten Menschen in den Ebola-Gebieten war Gesundheit noch nie bezahlbar. Auch deswegen habe Ebola zu einer solchen Katastrophe geführt, sagt Bimbola Carroll, Unternehmer und freiwilliger Ebola-Helfer in Sierra Leones Hauptstadt Freetown. Carroll war in den 1990er Jahren vor dem Krieg in Sierra Leone geflohen. 2002, nach Kriegsende, kam er zurück und baute ein Reisebüro auf. Er glaubte an sein Land, und an seine Zukunft.

Ebola hat das alles schwer erschüttert:

Bimbola Carroll: Was kommt nach Ebola?
A. Göbel, ARD Rabat
13.06.2015 10:44 Uhr

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