Anhänger der Nationalmannschaft von Guinea bei einem Fußballspiel

Epidemie ist stark zurückgegangen Westafrika will Ebola stoppen

Stand: 16.02.2015 16:06 Uhr

Die am schlimmsten von der Ebola-Epidemie betroffenen Staaten Guina, Liberia und Sierra Leone wollen die Zahl der Neuinfektionen auf Null reduzieren. Die Neuansteckungen waren zuletzt stark zurückgegangen. Vielerorts eröffnen bereits wieder Schulen.

Die drei am schlimmsten von der Ebola-Epidemie betroffenen westafrikanischen Staaten wollen bis Mitte April einen entscheidenden Erfolg im Kampf gegen die Krankheit erzielen. Nach einem Gipfeltreffen in Guineas Hauptstadt Conakry vereinbarten die Präsidenten von Guinea, Liberia und Sierra Leone, die Zahl der Neuinfektionen "in den kommenden 60 Tagen" auf Null zu senken.

Seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie im Dezember 2013 starben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) knapp 9200 Menschen, die meisten in den drei westafrikanischen Ländern. In allen drei Staaten waren die Neuinfektionen zuletzt rapide zurückgegangen, doch in Guinea und Sierra Leone verzeichnet die WHO seit zwei Wochen wieder einen deutlichen Anstieg.

Dennoch äußerte sich der Chef der UN-Ebola-Mission, Ismail Ould Cheikh Ahmed, zuversichtlich. Allerdings dürfe nicht vergessen werden, dass es "leichter ist, von hundert auf zehn Krankheitsfälle zu kommen als von zehn auf null Fälle", sagte er. Das zeigten die Erfahrungen im Kampf gegen andere Krankheiten wie etwa die Kinderlähmung.

Schulen eröffnen wieder

In Zusammenarbeit mit dem UN-Kinderhilfswerk (Unicef) öffneten in Liberia erstmals seit Monaten wieder die ersten Schulen. Wie in Guinea, wo inzwischen alle 12.000 Schulen wieder geöffnet sind, müssen Lehrer und Schüler über Regeln zum Schutz vor der Seuche informiert sowie sichergestellt werden, dass alle Schulen ausreichend mit Seife und anderem Hygienematerial ausgestattet sind. In Sierra Leone startet der Unterricht erst wieder Ende März.

Ebola-Klinik in Liberia
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Ebola-Klinik in Liberia

In ihrer gemeinsamen Erklärung dankten die drei Staatschefs der internationalen Gemeinschaft für ihre massive Unterstützung im Kampf gegen Ebola. Weitere Hilfen seien aber notwendig, vor allem für die von der Seuche gelähmte Wirtschaft. Bis zur Ebola-Konferenz der Europäischen Union am 3. März wollen die drei Länder einen gemeinsamen Plan zu ihrer wirtschaftlichen Erholung vorlegen.

In Sierra Leone ist eine Untersuchung zu möglicherweise veruntreuten Hilfsgeldern angelaufen. Für etwa fünf Millionen Euro, die für den Kampf gegen Ebola eingesetzt werden sollten, gibt es keine oder nur ungenügende Belege. Das ist etwa ein Drittel der erhaltenen Gelder, die Sierra Leone für die Bekämpfung der Krankheit erhalten hat. Die Regierung nehme diese Angelegenheit sehr ernst, Missbrauch der Gelder werde streng bestraft werden, hieß es in einer Mitteilung.

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