Prinz William und Herzogin Kate kommen zur Verleihung des ersten Earthshot Prize im Alexandra Palace in London. | dpa

Prinz William vergibt Earthshot-Umweltpreis "Wir werden Lösungen finden"

Stand: 18.10.2021 10:29 Uhr

In London hat Prinz William erstmals den Earthshot-Preis verliehen. Damit will er neue Ideen im Kampf gegen den Klimawandel fördern. Ein Appell ging an junge Menschen, nicht die Hoffnung zu verlieren.

Von Imke Köhler, ARD-Studio London

Eine Astronautin sprach bei der diesjährigen Verleihung des Earthshot-Preises in London davon, wie überwältigend der Blick aus dem Fenster sei, wie schön der blaue Planet, aber dass wir auch eine Verantwortung hätten, ihn zu bewahren. In dieser Hinsicht setzte die Musikband Coldplay im Anschluss ein Zeichen. Vor dem Alexandra Palace in London, wo die Preisverleihung stattfand, traten die "pedal powered popstars" auf: Coldplay präsentierte den Song "My Universe" und ließ den benötigten Strom für die Performance von 60 Radfahrern erzeugen, die vor der Bühne mächtig in die Pedale traten.

Imke Köhler ARD-Studio London

Ein toller Auftakt für eine Show, die weit mehr sein wollte als nur gute Unterhaltung. Mit dem Earthshot-Preis, der im Beisein von Prinz William und seiner Frau Herzogin Kate erstmals vergeben wurde, sollen künftig jährlich fünf Projekte ausgezeichnet werden, die sich in den Kategorien Natur- und Meeresschutz, saubere Luft, Müllvermeidung und Klimaschutz engagieren.

William hat den Preis als Zehn-Jahres-Projekt konzipiert. Er rief junge Leute auf, nicht die Hoffnung zu verlieren. "Für zu lange Zeit haben wir nicht genug getan, um den Planeten für eure Zukunft zu schützen", sagte er. "In den nächsten zehn Jahren werden wir handeln. Wir werden die Lösungen finden, um unseren Planeten zu reparieren."

"Wenn wir uns konzentrieren, ist nichts unmöglich"

"Wissenschaftler haben unstrittig belegt, dass der Planet am Scheideweg steht", sagte William in einem Video aus dem London Eye, Londons berühmtem Riesenrad. Der Moonshot, die Mondlandung der Amerikaner, habe gezeigt, was möglich sei. Damals habe John F. Kennedy eine bemannte Mondlandung innerhalb eines Jahrzehnts gewollt, dann sei es aber schon nach acht Jahren so weit gewesen. Diesen Ehrgeiz benötige es jetzt zur Rettung des Planeten. "Wir bestimmen unsere Zukunft. Und wenn wir uns darauf konzentrieren, ist nichts unmöglich", so William. Mut machen und motivieren, das ist dem Prinzen wichtig. Er hofft, eine Welle der Innovationen auszulösen.

Auch die britische Schauspielerin Emma Watson appellierte, den Kampf gegen den Klimawandel aufzunehmen. "Ich habe einen Großteil meines Berufslebens in fiktionalen Phantasiewelten gearbeitet, in denen das Unmögliche möglich gemacht werden kann. Jetzt müssen wir das Gleiche mit dem Klimawandel hier in der realen Welt schaffen", so Watson. Sie gehörte zu den Stars des Abends, die die Rubriken und Finalisten präsentierten. Weitere Stars, darunter auch Ed Sheeran, sorgten für das musikalische Rahmenprogramm.  

Zu den Gewinnern, die sich über eine Million Pfund freuen dürfen, gehören unter anderem die amerikanischen Gründer von Coral Vita, die versuchen, die Korallenriffe zu erhalten. Sie züchten dafür Korallen, die 50 mal schneller wachsen als in der Natur und dabei eine gute Klima-Resilienz besitzen.

Auszeichnungen für Umwelt und Technologie-Projekte

In der Rubrik "Die Natur schützen und wiederherstellen" hat mit Costa Rica gleich ein ganzes Land gewonnen. Wegen der großen Waldzerstörung hatte die Regierung damit begonnen, ihre Bürger für den Erhalt des Waldes und das Pflanzen neuer Bäume zu bezahlen. Die Waldfläche hat sich daraufhin verdoppelt. Wenn es nach Prinz William geht, dürften solche Projekte gern Schule machen.

Preisgelder gingen auch an den Hersteller eines Geräts für grüne Wasserstofftechnologie zur Versorgung von Gebäuden mit Energie und eine Technologie aus Indien, die aus landwirtschaftlichen Abfällen Treibstoff herstellt. Die italienische Stadt Mailand erhielt zudem einen Preis für ihr Programm gegen Nahrungsmittelverschwendung, bei dem Essen aus Supermärkten und Restaurants an Bedürftige verteilt wird.

Diese erste Verleihung des Earthshot-Preises war - trotz des hohen Promifaktors - als einstündige TV-Sendung vielleicht zu kompakt, um den ganz großen Glanz zu entwickeln. Aber es war in jedem Fall mehr als nur gute Unterhaltung. Im nächsten Jahr soll die Verleihung dort stattfinden, wo der Moonshot beschlossen wurde: in den USA.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 18. Oktober 2021 um 09:17 Uhr.