Ein Mann zieht an einer E-Zigarette | Bildquelle: picture alliance/KEYSTONE

Nach mehreren Todesfällen USA wollen Aromen in E-Zigaretten verbieten

Stand: 12.09.2019 06:55 Uhr

In den USA gab es zuletzt mehrere Todesfälle, die auf den Gebrauch von E-Zigaretten mit Aromen zurückgehen. Nun plant die Regierung ein Teil-Verbot. Sie warnt vor dem zunehmenden Konsum durch Minderjährige.

Ausgefallene Geschmacksrichtungen für E-Zigaretten sollen nach dem Willen der US-Regierung in den Vereinigten Staaten verboten werden. Präsident Donald Trump kündigte im Weißen Haus in Washington "sehr strenge" Vorschriften für Hersteller an und bezeichnete die Nutzung von E-Zigaretten als "großes Problem".

"Wir können nicht zulassen, dass Leute krank werden, und wir können nicht unsere Jugend gefährden", sagte Trump.

Kurz zuvor hatten US-Behörden einen weiteren Todesfall gemeldet, der auf den Gebrauch von E-Zigaretten zurückgeht - der mittlerweile sechste. Die Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) arbeite Richtlinien aus, mit der alle Geschmacksrichtungen mit Ausnahme von Tabak vom Markt verbannt werden sollen, sagte Gesundheitsminister Alex Azar.

Zunehmender Konsum durch Minderjährige

Es gibt viele verschiedene E-Zigaretten und Tausende sogenannte Liquids - also Flüssigkeiten, die verdampft werden. Vordergründig wurde das geplante Verbot aber nicht mit den bekanntgewordenen Todesfällen begründet, sondern mit dem zunehmenden Konsum durch Minderjährige.

Minister Azar beklagte, dass immer mehr Schulkinder E-Zigaretten rauchten, die nach Minze, Früchten, Alkohol oder Kaugummi schmeckten.

Aufsätze mit Tabakgeschmack bleiben bis Mai erlaubt, ab dann brauchen auch sie eine Zulassung. Trump verkündete dies mit First Lady Melania Trump neben sich. Die mache sich Sorgen um Jugendliche, auch um den gemeinsamen Sohn Barron, sagte Trump.

Im Zusammenhang mit den Todesfällen hatten die Behörden alle Nutzer von E-Zigaretten vor deren Gebrauch wegen möglicher Lungenschäden gewarnt. Neben den sechs bekannten Toten wurden der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge rund 450 mögliche Erkrankungen in 33 Bundesstaaten gemeldet.

Ungeklärte Lungenerkrankungen in den USA

Meldungen über ungeklärte Lungenerkrankungen, die nach dem Konsum von E-Zigaretten auftreten, hatten sich in den USA in den vergangenen Monaten gehäuft. Die Ursache dafür ist aber noch nicht geklärt. Viele der Betroffenen hatten Liquids mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. In einigen US-Bundesstaaten ist der Verkauf von entsprechenden THC-Produkten erlaubt.

In Deutschland oder Europa ist bislang kein ähnlicher Anstieg solcher Fälle bekannt. Die Beschwerden scheinen sich auf Benutzer von E-Zigaretten in den Vereinigten Staaten zu beschränken.

Mit Informationen von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Trump will aromatisierte e-Zigaretten landesweit verbieten
Arthur Landwehr, ARD Washington
12.09.2019 06:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. September 2019 um 06:24 Uhr.

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