Ein Mann raucht eine elektrische Zigarette. | Bildquelle: dpa

Neue Studie in den USA E-Zigaretten sorgen für Lungenschäden

Stand: 17.12.2019 04:30 Uhr

Eine Studie aus den USA belegt, dass das Rauchen von E-Zigaretten langfristig genauso schädlich ist wie das Rauchen von Tabak. Typische Erkrankungen sind demnach Asthma, Bronchitis und Emphysem.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Laut einer neuen Studie der Universität von San Francisco besteht für Menschen, die E-Zigaretten rauchen, ein erhebliches Risiko, schwere, chronische Lungenerkrankungen wie Asthma, Bronchitis und Emphysem zu entwickeln. Die Studie des Wissenschaftlers Stanton Glantz zeigt außerdem, dass das Rauchen von Verdampfungszigaretten ähnliche Auswirkungen auf die Gesundheit hat wie traditionelles Tabakrauchen. Die Studie bezieht sich auf E-Zigaretten, wie sie in den USA verkauft werden. In Deutschland sind die Zusammensetzungen der Wirkstoffe von E-Zigaretten auch durch die europäische Tabakrichtlinie strenger reguliert.

Die im American Journal of Preventive Medicine veröffentlichte Studie analysierte Daten von 32.000 Erwachsenen in den USA von 2013 bis 2016. Im Fokus standen Raucher sowohl von Tabak- als auch E-Zigaretten. Keiner der Teilnehmer hatte zu Beginn der Studie Lungenprobleme. Die Forscher fanden heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, an der Lunge zu erkranken, bei Menschen, die E-Zigaretten konsumierten, um etwa ein Drittel zunahm. Die Folge: Asthma, Bronchitis und Emphysem.

Ein neues Studienergebnis

Die Studie der Uni von San Francisco kommt außerdem zu dem Ergebnis: Wer E-Zigaretten zusätzlich zu normalen Zigaretten raucht, verdreifache sein Risiko für chronische Lungenerkrankungen. Es ist das erste Mal, dass Forscher nachgewiesen haben, dass der Konsum von E-Zigaretten langfristige Auswirkungen auf die Atemwege hat - ähnlich wie das traditionelle Rauchen von Tabak.

Frühere Ergebnisse waren zwar zu dem Schluss gekommen, dass es einen Zusammenhang zwischen E-Zigaretten und Lungenerkrankungen gibt, Forscher hatten aber keine langfristigen Auswirkungen nachgewiesen.

Die Wissenschaftler haben aber auch festgestellt, dass das Lungenkrebsrisiko beim Umstieg auf E-Zigaretten gesenkt wird. Professor Stanton Glantz sagte dem San Francisco Chronicle: "Für Menschen, die gewechselt haben, sind ihre Risiken zurückgegangen. In der realen Welt sind die meisten jedoch Doppelbenutzer. Es geht ihnen tatsächlich schlechter als den Tabakrauchern."

Verkaufsverbot ab dem 1. Januar

Die Ergebnisse stehen nicht im Zusammenhang mit dem Ausbruch einer plötzlich auftretenden Lungenkrankheit, die die Gesundheitsbehörden in den vergangenen Monaten alarmiert hatte. 52 Menschen sind seither gestorben. Sie hatten illegale THC-Produkte verdampft, die vermutlich mit einem Stoff verdünnt wurde, der das Öl strecken sollte. In San Francisco und nahezu der gesamten Bay Area ist der Verkauf von E-Zigaretten ab 1. Januar verboten.

Neue US-Studie zu den Gefahren durch E-Zigaretten
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
17.12.2019 06:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. Dezember 2019 um 06:45 Uhr.

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