Packungen der E-Zigarettenmarke Juul | Bildquelle: AP

Kritik an Vermarktung E-Zigarettenhersteller Juul feuert Chef

Stand: 25.09.2019 15:21 Uhr

Der E-Zigarettenhersteller Juul steht wegen seiner Werbemethoden in der Kritik. Jetzt tauscht das Unternehmen seine Führung aus. Firmenchef Burns wird von Crosthwaite vom Tabakkonzern Altria abgelöst.

Der umstrittene E-Zigaretten-Hersteller Juul Labs stellt seine Firmenspitze neu auf. Vorstandschef Kevin Burns erklärte seinen Rücktritt. Ersetzen wird ihn K.C. Crosthwaite, wie das Unternehmen mitteilte. Damit übernimmt ein Manager des US-Tabakriesen Altria (Marlboro), der mit 35 Prozent an Juul beteiligt ist und dort großen Einfluss ausübt.

Parallel zum Chefwechsel kündigte Juul an, in den USA sämtliche Werbung in Rundfunk-, Print- und Digitalwerbung vorerst auszusetzen. Das Start-up aus San Francisco steht wegen zweifelhafter Methoden bei der Vermarktung von E-Zigaretten an Jugendliche massiv in der Kritik und im Fokus von Ermittlungen verschiedener US-Behörden.

Trump kündigt "strenge Vorschriften" an

Präsident Donald Trump kündigte "sehr strenge" Vorschriften an und bezeichnete die Nutzung von E-Zigaretten als "großes Problem". Laut Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC sind in den USA inzwischen 530 Fälle von Lungenverletzungen nach dem Gebrauch von E-Zigaretten erfasst. Heute verbot Massachusetts als erster US-Bundesstaat den Verkauf von E-Zigaretten für zunächst vier Monate.

In Deutschland wurden Juul jüngst erhebliche Markteinschränkungen auferlegt. Der Firma wurde vorerst gerichtlich untersagt, Kartuschen ohne Elektro-Symbol auf dem Plastikgehäuse in den Handel zu bringen.

Eine zweite einstweilige Verfügung verbietet es Juul, Kartuschen zu vertreiben, bei denen der tatsächliche Nikotingehalt von dem auf der Packung angegebenen Wert um mehr als ein Milligramm abweicht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. September 2019 um 22:00 Uhr in den Nachrichten.

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