Mann raucht E-Zigarette in Münster

Hunderte Fälle von Lungenleiden in den USA Massachusetts verbietet E-Zigaretten

Stand: 25.09.2019 14:40 Uhr

Die steigende Zahl an Toten und Erkrankten nach dem Konsum von E-Zigaretten in den USA erhöht den Druck zu handeln. Als erster US-Bundesstaat hat jetzt Massachusetts den Verkauf vorübergehend verboten.

Als erster US-Bundesstaat hat Massachusetts den Verkauf von E-Zigaretten vorerst vollständig verboten. Gouverneur Charlie Baker sagte, das Verbot in dem Bundesstaat im Nordosten der USA gelte bis zum 25. Januar. Der Gouverneur sprach von einem Gesundheitsnotstand, nachdem in den USA bei Hunderte Menschen nach dem Konsum von E-Zigaretten Lungenerkrankungen auftraten. Nach Angaben von Bakers Regierung gibt es alleine in Massachusetts 61 Verdachtsfälle.

Zu den Symptomen zählen starke Atemprobleme und Brustschmerz, viele mussten künstlich beatmet werden. Mindestens sieben Patienten starben. Bislang ist unklar, was zu den Lungenerkrankungen führt.

US-Kontrollbehörden prüfen 150 Proben

Die US-Lebensmittelüberwachung- und Arzneimittelbehörde FDA testet derzeit 150 Proben verdächtiger Produkte, konnte bisher aber noch keinen für die Erkrankungen verantwortlichen Wirkstoff identifizieren.

Verschiedene E-Zigaretten-Typen | Bildquelle: AP
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Bei einer E-Zigarette wird eine aromatisierte Flüssigkeit, die auch Liquid genannt wird - erhitzt. Der Nutzer inhaliert das sogenannte Aerosol, das aus winzigen Partikeln besteht.

Die kalifornische Metropole San Francisco hatte bereits im Juli ein entsprechendes Verbot erlassen.  Die Bundesstaaten Michigan und New York hatten kürzlich ein Verbot von aromatisierten E-Zigaretten verhängt. Am Dienstag setzte der Bezirksrat von Los Angeles den Verkauf von E-Zigaretten mit Aromastoffen aus. Die US-Regierung plant bereits ein landesweites Verbot von E-Zigaretten mit Aromastoffen.

E-Zigaretten immer beliebter

Elektrische Zigaretten, bei denen nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft wird, haben in den USA und in vielen anderen Ländern in den vergangenen Jahren enorm an Beliebtheit gewonnen. Die Behörden sehen den Trend mit Sorge, zumal bislang wenig über die gesundheitlichen Gefahren bekannt ist.

Befürworter der E-Zigarette argumentieren, sie sei deutlich weniger gesundheitsschädlich als herkömmliche Zigaretten und könne Rauchern dabei helfen, von der Tabaksucht loszukommen. Kritiker befürchten aber vor allem, dass E-Zigaretten Jugendliche nikotinabhängig machen.

In den USA dürfen E-Zigaretten seit Anfang des Jahres nur an Konsumenten ab 21 Jahre verkauft werden. Nach einer im Jahr 2017 veröffentlichten Studie hatten damals 41 Prozent der Gymnasiasten in Massachusetts schon mal E-Zigaretten ausprobiert, 20 Prozent konsumierten sie damals regelmäßig.

Kombination der Inhaltsstoffe auf Dauer schädlich

Auch in Deutschland nimmt der Konsum von E-Zigaretten vor allem bei jungen Leuten zu, wie kürzlich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mitteilte. In einer Umfrage aus dem Jahr 2018 sagten 4,2 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen und 6,6 Prozent der jungen Erwachsenen, sie hätten in den vergangenen 30 Tagen E-Zigarette geraucht.

Die BZgA warnt, dass die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen des E-Zigarettenkonsums noch nicht untersucht seien. "Insbesondere die Kombination der verschiedenen Inhaltsstoffe könnte bei dauerhaftem Konsum zu Gesundheitsschäden führen", heißt es in einer Broschüre der Bundeszentrale zu E-Zigaretten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. September 2019 um 04:00 Uhr in den Nachrichten.

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