Ölfeld in Khurais/Saudi-Arabien (Archiv) | Bildquelle: ALI HAIDER/EPA-EFE/REX

Drohnen-Angriff der Huthis Saudi-Arabien beschuldigt Iran

Stand: 16.05.2019 14:07 Uhr

Saudi-Arabien hat seinen Erzfeind Iran für einen Drohnenangriff auf eine wichtige Ölpipeline des Königreichs verantwortlich gemacht. Kampfjets der von Riad geführten Militärallianz flogen Vergeltungsangriffe im Jemen.

Zwei Tage nach einer Drohnenattacke der Huthis auf eine saudi-arabische Ölpipeline hat Riad den Iran die Verantwortung zugesprochen. Der Angriff beweise, dass Jemens Huthi-Rebellen nichts anderes als ein Werkzeug seien, mit dem das iranischen Regime seine Expansionsagenda umsetzen wolle, erklärte Saudi-Arabiens stellvertretender Verteidigungsminister Chalid bin Salman auf Twitter.

"Die vom Regime in Teheran angeordneten und von den Huthis ausgeführten Terrorakte schließen die Schlinge um die laufenden politischen Bemühungen", schrieb der Sohn von König Salman.

"Untrennbarer Teil der iranischen Revolutionsgarden"

Auch der saudische Staatsminister für Auswärtiges, Adel al-Dschbair, bezeichnete die Huthis als ein untrennbaren Teil der iranischen Revolutionsgarden. Sie setzten lediglich deren Befehle um. Das hätten sie durch Angriffe auf Einrichtungen in Saudi-Arabien bestätigt, schrieb er auf Twitter.

In Saudi-Arabien war am Dienstag eine der wichtigsten Ölpipelines des Landes angegriffen worden. Die Huthis sprachen danach von einer Vergeltungsaktion für Angriffe Saudi-Arabiens im Jemen.

Die Rebellen kontrollieren große Teile des Bürgerkriegslandes. Eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition unterstützt die international anerkannte Regierung des Jemens. Das Bündnis fliegt seit mehr als vier Jahren regelmäßig Luftangriffe gegen die Huthis.

Zerstörungen in Sanaa nach Vergeltungsangriffen der von Saudi-Arabien geführten Militärallianz | Bildquelle: REUTERS
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Zerstörungen in Sanaa nach Vergeltungsangriffen der von Saudi-Arabien geführten Militärallianz. Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg.

Vergeltungsangriffe auf Stellungen der Huthi-Rebellen

Heute flogen Kampfjets der von Saudi-Arabien angeführten Militärallianz mehrere Vergeltungsangriffe auf Stellungen der Huthi-Rebellen im Jemen. Dabei seien unter anderem Ziele in der von den Huthis kontrollierten Hauptstadt Sanaa bombardiert worden, teilte die Koalition in Riad mit.

Bei einem der Angriffe wurden nach Angaben eines Arztes sechs Menschen getötet. Zehn weitere Bewohner seien verletzt worden, sagte der Mediziner in Sanaa der Nachrichtenagentur AFP. Die Nachrichtenagentur AP gab die Zahl der Verletzten mit 41 an.

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen Tausende Zivilisten.

Dronenangriffe auf Pumpstationen in Saudi-Arabien
Carsten Kühntopp, ARD Kairo
14.05.2019 15:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Mai 2019 um 13:00 Uhr.

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