Reisende auf dem Flughafen Gatwick | Bildquelle: REUTERS

Trotz Drohnensichtung Gatwick teilweise wieder geöffnet

Stand: 21.12.2018 12:16 Uhr

Am Flughafen London-Gatwick entspannt sich die Lage leicht. Gestern Abend wurden zwar erneut Drohnen gesichtet. Dennoch wurde die Start- und Landebahn für eine begrenzte Zahl von Flügen wieder geöffnet.

Der Betrieb am Flughafen London-Gatwick ist wieder angelaufen. Der Airport war am Mittwochabend wegen wiederholter Drohnenflüge geschlossen worden, was im vorweihnachtlichen Reiseverkehr für Chaos gesorgt hatte. Die Start- und Landebahnen seien nun offen, geplant seien 700 Starts, teilte die Leitung des Flughafens mit. Es sei allerdings weiter mit Verspätungen und Flugstreichungen zu rechnen.

Easyjet schrieb auf seiner Webseite, man wolle fliegen. Der irische Billigflieger Ryanair hatte noch kurz zuvor angekündigt, alle ursprünglich für Gatwick geplanten Flüge stattdessen vom Londoner Flughafen Stansted starten oder dort landen zu lassen. Die Kunden seien informiert worden, sagte Ryanair auf seiner Webseite.

Gatwick: Start- und Landebahn für einig Flügen wieder geöffnet
tagesschau 16:00 Uhr, 21.12.2018

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Bis zu fünf Jahre Haft

Polizei und Militär hätten "schadensbegrenzende Maßnahmen" eingesetzt, die den Flugbetrieb erlaubten, sagte Gatwick-Manager Chris Woodroofe. Diese sollten auch weitere Störungen verhindern. Die Person, die die Drohnen fliegen lasse, sei noch nicht gefunden. Medienberichten zufolge prüfen die Ermittler, ob möglicherweise ein radikaler Öko-Aktivist hinter dem Störmanöver stecken könnte.

Die Drohnen wurden als "industriell" eingestuft. Nach britischem Recht ist es verboten, im Umkreis von einem Kilometer um einen Flughafen eine Drohne aufsteigen zu lassen. Bei Verstößen drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Kein einziges Flugzeug gelandet oder gestartet

Trotz des Einsatzes von Armee und Polizei wurden gestern Abend wieder Flugroboter über dem Rollfeld gesichtet. Seit Mittwochabend ist in Gatwick - abgesehen von einer Dreiviertelstunde - kein einziges Flugzeug mehr gelandet oder gestartet. Ankommende Maschinen mussten umgeleitet werden und teils Hunderte Kilometer entfernte Airports wie Amsterdam und Paris ansteuern.

"Das ist eine präzise geplante Aktivität, die darauf ausgelegt wurde, den Flughafen lahmzulegen und maximale Behinderungen in der Vorweihnachtszeit zu bringen", teilte Gatwick-Geschäftsführer Stewart Wingate mit. Am Donnerstag waren 115.000 Reisende betroffen, für heute wurden weitere 126.000 Menschen in Gatwick erwartet.

Verkehrsminister: Ein "riesiger Aufwand"

Verkehrsminister Chris Grayling versicherte, es werde "riesiger Aufwand" betrieben, um die Störaktionen zu stoppen. Das britische Militär unterstützte Polizei und Luftfahrtbehörden bei der Suche nach dem Täter. Laut Polizei gibt es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund.

In den ersten 24 Stunden nach Einstellung des Flugbetriebs zählte die Polizei mehr als 50 Drohnen-Sichtungen. Aus der Mitteilung des Flughafens ließ sich entnehmen, dass die Behörden mit der Möglichkeit rechneten, dass die Drohnen wieder auftauchen. Das würde zu einem erneuten Schließen führen.

Der Flughafen Gatwick liegt etwa 45 Kilometer südlich von London und ist mit 43 Millionen Passagieren im Jahr der zweitgrößte Flughafen Großbritanniens.

Gatwick immer noch gesperrt
Thomas Spickhofen, ARD London
20.12.2018 18:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Dezember 2018 um 09:00 Uhr.

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