Der philippinische Polizeichef Ronald dela Rosa

Kampf gegen Drogenkriminelle Philippinische Polizei tötet 756 Verdächtige

Stand: 23.08.2016 17:47 Uhr

Seit dem Amtsantritt des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte Ende Juni geht die Polizei hart gegen Drogenkriminelle vor. Jetzt hat der Polizeichef eine erste Bilanz vorgestellt. In sieben Wochen tötete die Polizei demnach 756 Verdächtige.

Polizisten auf den Philippinen haben vom 1. Juli bis zum 22. August 756 Verdächtige getötet. Das gab Polizeichef Ronald dela Rosa in einer Anhörung vor dem Senat des Inselstaats bekannt. Sie hätten sich der Festnahme widersetzt. "Wenn sie das nicht getan hätten, wären sie noch am Leben", sagte er. Die Getöteten hätten vermutlich unter dem Einfluss von Drogen gestanden. "Wir kämpfen gegen abnormale Menschen."

1160 weitere Tötungen in den sieben Wochen werden noch von der Polizei untersucht. Darunter seien 273 mutmaßliche Drogenabhängige oder Händler. In diesen Fällen ist der Täter nicht bekannt. Einige von ihnen seien gefesselt und mit Schildern aufgefunden worden, die ihre angebliche Verwicklung in den Drogenhandel beschreiben.

Menschenrechtsgruppen verurteilen Drogenpolitik

Seit dem 30. Juni ist Rodrigo Duterte Präsident der Philippinen. Er hatte im Wahlkampf unter anderem versprochen, die Kriminalität zu stoppen, und war im Mai mit großer Mehrheit gewählt worden. Seitdem haben sich 670.000 Drogenkonsumenten und Händler ergeben, knapp 12.000 Verdächtige wurden festgenommen. Menschenrechtsgruppen verurteilten die hohe Zahl an Opfern und forderten ein Ende der Drogenpolitik, die Duterte seit seinem Amtsantritt verfolgt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. August 2016 um 15:00 Uhr

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