Ein Träger Pillen mit Opioiden | AP

USA Mehr als 100.000 Drogentote

Stand: 17.11.2021 20:35 Uhr

Erstmals hat es in den USA binnen zwölf Monaten mehr als 100.000 Drogentote gegeben - wohl auch bedingt durch die Umstände der Corona-Pandemie. Präsident Biden sprach von einem "tragischen Meilenstein".

In den USA hat die Zahl der Drogentoten während der Corona-Pandemie vorläufigen Daten zufolge einen traurigen Rekord erreicht. Die US-Gesundheitsbehörde CDC veröffentlichte erste Zahlen zu den Drogentoten innerhalb von zwölf Monaten bis April 2021. Nach offiziellen Schätzungen der Behörde starben in diesem Zeitraum mehr als 100.000 Menschen an einer Überdosis - 28,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und mehr als je zuvor innerhalb von zwölf Monaten.

Der Gesundheitsbehörde CDC zufolge gingen mehr als 75.670 der Todesfälle auf Opioide zurück. Hauptverantwortlich waren synthetische Opioide wie Fentanyl.

Die USA leiden schon seit Jahrzehnten unter einer Opioid-Krise, die unter anderem durch opioidhaltige Schmerzmittel befeuert wurde. Auch die Zahl von Überdosen mit anderen Drogen stieg zwischen April 2020 und April 2021 an.

"Tragischer Meilenstein"

US-Präsident Joe Biden sprach von einem "tragischen Meilenstein" und mahnte: "Während wir weiter Fortschritte machen, um die Covid-19-Pandemie zu besiegen, können wir nicht diese Epidemie des Verlustes übersehen, die Familien und Gemeinden im ganzen Land getroffen hat." Er versprach einen entschlossenen Kampf gegen das Drogenproblem, unter anderem durch einen Ausbau des öffentlichen Gesundheitswesens und eine Stärkung von Präventionsprogrammen. Seinen Angaben zufolge gingen bereits knapp vier Milliarden Dollar (rund 3,5 Milliarden Euro) aus einem gigantischen Corona-Hilfspaket vom vergangenen Frühjahr an Einrichtungen, die Drogenabhängigen und Menschen mit psychischen Problemen helfen.

Die CDC hatte bereits beklagt, dass die Corona-Pandemie zu einer Zunahme der Zahl von Drogentoten führe. Experten zufolge litten Menschen mit einer Drogenabhängigkeit besonders unter den Einschränkungen während der Pandemie. 

Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren insgesamt gestiegen. Im Kalenderjahr 2020 waren laut CDC mehr als 93.000 Menschen an einer Überdosis gestorben - ein Anstieg um fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Trend setzte sich nun fort.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. November 2021 um 23:59 Uhr.