Blick auf zerstörtes Gebiet auf den Bahamas | Bildquelle: REUTERS

Nach Hurrikan "Dorian" "Es war entsetzlich"

Stand: 05.09.2019 07:02 Uhr

Hurrikan "Dorian" hat besonders auf den Abaco-Inseln gewütet. Es habe noch nie etwas Vergleichbares gegeben, berichten Bewohner. Mindestens 20 Menschen starben. Mittlerweile sind die Aufräumarbeiten angelaufen.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Einen Tag nachdem Hurrikan "Dorian" von den Bahamas abgelassen hat, werden auf dem Flughafen der Hauptstadt Nassau Helikopter mit Hilfsgütern beladen: Zelte, Moskitonetze, Trinkwasser. Zehntausende Menschen im Katastrophengebiet brauchen Hilfe.

Weite Teile der nördlichen Inseln der Bahamas, über denen "Dorian" tagelang wütete, stehen immer noch unter Wasser. Flughäfen und Landpisten sind zerstört. Besonders dramatisch ist die Lage auf den Abaco-Inseln, wo Dorian mit der höchsten Kategorie 5 am Sonntag zuerst auf Land traf: Fast alle Häuser sind beschädigt oder zerstört.

Ein alter Mann aus dem völlig verwüsteten Küstenort Marsh Harbour ist jetzt in der Hauptstadt in Sicherheit. Der BBC schilderte er die schlimmsten Stunden des Sturms: "Wir haben schon alle Arten von Stürmen und Hurrikans erlebt, aber noch nie etwas Vergleichbares. Wir standen mitten im Ozean. So hat das ausgesehen." Die Wellen seien riesig gewesen, das Wasser auf sie gestürzt, erzählt er weiter. "Es war entsetzlich, absolut entsetzlich. Ich kann nur sagen: Gott hat uns beschützt."

Wassermassen, ausgelöst durch Hurrikan "Dorian" haben weite Teile der Abaco-Inseln überflutet. | Bildquelle: REUTERS
galerie

Wassermassen haben weite Teile der Abaco-Inseln überflutet.

Nachrichten über Plünderungen kursieren

20 Einwohner der Abaco-Inseln sind nach Behördenangaben ums Leben gekommen - eine Zahl, die weiter steigen dürfte. Erst nach und nach gelangen Rettungskräfte in die verwüsteten Landesteile. In sozialen Netzwerken kursieren Nachrichten über Plünderungen auf den Abaco-Inseln.

Premierminister Hubert Minnis bestätigte die Informationen indirekt. Die Menschen seien erschüttert darüber, wie es in so einer Tragödie möglich sei, zu plündern. "Das ist eine schreckliche Missachtung unserer Landsleute. Ich warne ausdrücklich: Wir werden Plünderern mit der ganzen Härte unserer Gesetze begegnen. Wir sind ein Rechtsstaat", betonte Minnis.

"Kommen Sie per Flugzeug zu uns!"

Polizisten seien bereits im Einsatz, erklärte der Premierminister. Außerdem liefen die Rettungsarbeiten an und erste Hilfslieferungen erreichten die Menschen. Vor allem die karibische Gemeinschaft Caricom zeige sich sehr hilfsbereit, also diejenigen Inselstaaten, die selbst immer wieder Hurrikan-Katastrophen durchmachen.

Die Vereinten Nationen sind vor Ort und haben Hilfe angekündigt, ebenso die USA und Kanada. Die beste Hilfe für den 700-Inseln-Staat definierte Premier Minnis aber so: "Die beste Art, mit der die Menschen die Bahamas unterstützen und ihre Solidarität zeigen können, ist unsere unversehrten Inseln zu besuchen. Kommen Sie per Flugzeug oder Kreuzfahrtschiff zu uns!"

Derzeit steuert "Dorian" als Hurrikan der höchsten Kategorie auf die USA zu. Millionen Menschen wurden aufgerufen, die US-Südostküste zu verlassen. Vorhersagen von Meteorologen zufolge könnten durch starke Regenfälle und Sturmfluten Teile der US-Staaten Georgia und South und North Carolina geflutet werden. Die Wasserstände könnten sich demnach bisherigen Rekorden annähern.

1/6

Totale Verwüstung durch den Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas

Blick auf die vom Hurrikan ''Dorian'' zerstörte Insel Abaco

Zwei Tage wütete der Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas. Nach seinem Abzug wird das Ausmaß der Katastrophe langsam sichtbar. | Bildquelle: MICHELLE COVE/TRANS ISLAND AIR

Das Ausmaß der Zerstörung auf den Bahamas
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
05.09.2019 06:16 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. September 2019 um 07:30 Uhr.

Darstellung: