Trauer nach dem Massaker von El Paso. | Bildquelle: AP

Nach Massaker von El Paso Deutsches Opfer wird in Mexiko beigesetzt

Stand: 10.08.2019 02:59 Uhr

Alexander Hoffmann wurde am vergangenen Samstag eines von 22 Todesopfern des Massakers von El Paso. Nun sagt seine Witwe, er werde in seiner mexikanischen Wahlheimat beigesetzt. Dort hatte er fast 40 Jahre gelebt.

Der beim Massaker in der US-Stadt El Paso getötete Deutsche, Alexander Hoffmann, hat vor der Gewalttat fast 40 Jahren in Mexiko gelebt. Das sagte seine mexikanische Ehefrau Rosa María Valdez am Rande der Totenwache zu Ehren ihres Mannes in der Grenzstadt Ciudad Juárez. Der gebürtige Marburger soll dort heute beigesetzt werden.

Der 66-Jährige hatte nach Angaben seiner Witwe als Wartungsleiter in einem der zahlreichen Montagebetriebe auf mexikanischer Seite entlang der Grenze gearbeitet, in denen Produkte für den US-Markt gefertigt werden. Inzwischen sei er aber in Rente gewesen. Das Ehepaar hatte sich kennengelernt, als Hoffmann als Angehöriger der Luftwaffe nach Mexiko kam, wie Valdez erzählte.

Familie kann sich Beisetzung in Deutschland nicht leisten

Im texanischen El Paso, das gegenüber von Ciudad Juárez auf der US-Seite der Grenze liegt, hatte ein Mann am Samstag vergangener Woche in einem Einkaufszentrum um sich geschossen. Er tötete 22 Menschen, darunter acht Mexikaner. Hoffmann war das einzige europäische Todesopfer. Der mutmaßliche Täter - ein 21 Jahre alter, weißer US-Amerikaner - wollte wohl gezielt Mexikaner töten, wie aus einem von US-Medien veröffentlichten Bericht der örtlichen Polizei hervorgeht. Hoffmann starb nach Angaben von Valdez durch einen Kopfschuss.

Die Witwe von Alexander Gerhard Hoffman, Rosa María Valdez. | Bildquelle: dpa
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Die Witwe von Alexander Gerhard Hoffman, Rosa María Valdez.

Warum er über den Grenzfluss Rio Grande (in Mexiko Río Bravo genannt) in das US-Einkaufszentrum gefahren war, konnte sie nicht sagen. Laut Hoffmanns Sohn Thomas, einem von drei Kindern des Ehepaares, hatte sein Vater ihm wenige Stunden vor seinem Tod geschrieben, dass er eine Reise nach Deutschland plane. "Er liebte sein Land. In seiner Seele war er immer in Deutschland", betonte Valdez. Hoffmann hätte sich wohl gewünscht, in seiner Heimat beigesetzt zu werden, sagte sie. Das könne sich die Familie aber nicht leisten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. August 2019 um 07:45 Uhr.

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