Qualm steigt aus einem Hotel in den Himmel | Bildquelle: dpa

Attentat auf Luxushotel Deutsche unter Todesopfern in Kabul

Stand: 22.01.2018 13:25 Uhr

Bei einem Anschlag auf ein Luxushotel am Wochenende in Kabul ist eine Frau aus Deutschland getötet worden. Dies teilte das Auswärtige Amt mit. Insgesamt kamen mindestens 22 Menschen ums Leben.

Bei einem Anschlag auf ein internationales Hotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist eine Frau aus Deutschland getötet worden. Es handelt sich um eine ältere Dame aus Baden-Württemberg, die über Jahrzehnte immer wieder arme Menschen in Afghanistan unterstützt hat, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Wie das Auswärtige Amt in Berlin weiter mitteilte, gibt es keine Hinweise auf andere deutsche Verletzte.

Bei dem Anschlag auf das Intercontinental in der afghanischen Hauptstadt waren in der Nacht zu Sonntag mindestens 22 Menschen getötet worden. Während das afghanische Gesundheitsministerium von 22 Toten sprach, gab das Innenministerium in Kabul die Zahl der Toten mit 19 an.

Mindestens 22 Tote

Die Zahl der bisher als Ausländer identifizierten Opfer stehe weiterhin bei 14, sagte der Sprecher des InnenministeriumsNasrat Rahimi. Es könne aber noch dauern, bis alle identifiziert seien. Drei Menschen hätten keine Papiere bei sich gehabt.

Bei dem zwölfstündigen Gefecht seien mit Unterstützung norwegischer Soldaten zudem alle sechs Angreifer getötet worden. Zu der Attacke bekannten sich die islamistischen Taliban.

Rauch steigt auf über dem teilweise brennenden Hotel Intercontinental in Kabul | Bildquelle: REUTERS
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Bei dem Anschlag auf das Intercontinental waren mindestens 22 Menschen getötet worden.

Hohe Zahl von Anschlägen

Die Szenerie weckte in Anwohnern Erinnerungen an einen ähnlichen Angriff im Jahr 2011, als neun Attentäter der Taliban das Hotel, das schwer bewacht auf einem bewaldeten Hügel liegt, angegriffen hatten. Sie hatten ungesehen mehrere Sicherheitsposten überwunden, waren dann Hotelflure auf und ab gerannt und hatten in Zimmer geschossen. Etwa ein Dutzend Gäste, Hotelangestellte und Sicherheitskräfte wurden getötet. Der Angriff konnte erst nach mehreren Stunden beendet werden.

Die Sicherheitslage in der afghanischen Hauptstadt hat sich seit Ende der NATO-Kampfmission im Dezember 2014 stark verschlechtert. 2017 gab es dort mehr als 20 schwere Anschläge der Taliban und der Terrormiliz "Islamischer Staat" mit insgesamt mehr als 500 Toten.

Bei dem ersten Anschlag im neuen Jahr auf einen Sicherheitsposten in einem Wohn- und Geschäftsviertel waren Anfang Januar mindestens 20 Menschen getötet und 30 verletzt worden. Die amerikanische Botschaft und das US-Außenministerium in Washington hatten zum Ende der Woche hin über Mails und in den sozialen Medien vor möglichen Angriffen in Kabul gewarnt - unter anderem auf Hotels.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Januar 2018 um 17:00 Uhr.

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