Deutsche und türkische Flagge im Wind | Bildquelle: dpa

Maßnahme in Izmir Türkei schließt deutsche Schule

Stand: 30.06.2018 18:33 Uhr

Zwischen Deutschland und der Türkei drohen neue Spannungen: Türkische Behörden haben die deutsche Schule in Izmir geschlossen. Den genauen Grund kennen weder der Schulleiter noch das Auswärtige Amt.

Türkische Behörden haben die deutsche Botschaftsschule in Izmir geschlossen. Vertreter der Bildungsbehörden und rund ein Dutzend Polizisten hätten die Schule besucht und erklärt, ihr fehle die rechtliche Grundlage, sagte Schulleiter Dirk Philippi der Deutschen Presse-Agentur. Das Gebäude wurde demnach versiegelt.

Weil dort zurzeit Sommerferien sind, hat die Maßnahme keine direkten Auswirkungen auf den Unterricht. "Die Delegation kam drei Stunden nach Ende der letzten Klasse", sagte Philippi. Er geht nach eigenen Angaben davon aus, dass es sich um eine vorübergehende Schließung handelt. "Wir arbeiten rund um die Uhr daran zu verstehen, worum es geht."

Schule offiziell anerkannt

Die Entscheidung steht nach den Worten des Schulleiters "im Kontrast zu einer Genehmigung des türkischen Außenministeriums". Die Schule sei offiziell als deutsche Auslandsschule anerkannt und dürfe als Zweigstelle der deutschen Botschaft in Ankara betrieben werden. "Es kann schlicht sein, dass den Bildungsbehörden nur Dokumente fehlen. Es gibt einen regen Austausch auf allen Ebenen, der mich sehr positiv stimmt". Das neue Schuljahr beginnt am 27. August.

Die gemeinnützige Schule in Urla, einem Vorort von Izmir, ist eine Gesamtschule. Nach eigener Darstellung sind in der Schule und im angeschlossenen Kindergarten in der Regel rund 180 Kinder angemeldet - im Alter zwischen zwei und 20 Jahren. Sie werden von rund 40 Mitarbeitern betreut.

Auswärtiges Amt fordert Auskunft

Durch die Affäre drohen neue Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei. Das Auswärtige Amt bestätigte die Schließung der deutschen Schule. "Wir fordern die türkische Regierung auf, umgehend die Gründe dafür darzulegen", hieß es in Berlin. Das Ministerium bezeichnete diese und andere deutsche Schulen in der Türkei als "wesentliches Element der kultur- und bildungspolitischen Beziehungen zwischen beiden Ländern". Die Botschaft in Ankara sei mit dem Fall befasst.

Im vergangenen Jahr hatte die Inhaftierung mehrerer Deutscher das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei belastet - darunter die Festnahmen des Journalisten Deniz Yücel und des Menschenrechtlers Peter Steudtner. Beide konnten mittlerweile zwar ausreisen, allerdings gibt es in der Türkei Gerichtsprozesse gegen die beiden in Abwesenheit.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Juni 2018 um 20:00 Uhr im NDR Fernsehen.

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