Demonstranten tanzen mit palästinensischen Fahnen bei einer pro-palästinensischen Kundgebung in Frankfurt. | dpa

Kundgebungen in Deutschland Hunderte bei Demos zu Nahost-Konflikt

Stand: 22.05.2021 19:32 Uhr

Erneut sind wegen des Nahost-Konflikts in mehreren deutschen Städten Menschen auf die Straßen gegangen. Hunderte forderten Solidarität mit Palästina, zugleich gab es auch pro-israelische Kundgebungen.

Bei Kundgebungen in Deutschland haben Demonstrierende Solidarität mit Palästina gefordert. In Berlin trugen sie etwa Plakate mit der Aufschrift "Free Palestine". Nach Schätzungen eines dpa-Reporters befanden sich Hunderte Menschen vor Ort.

In Frankfurt beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 950 Demonstranten und Demonstrantinnen unter dem Motto "Sofortiges Ende der israelischen Annexion und Aggression". In Leipzig sprach die Polizei von rund 200 Teilnehmern. Auf Plakaten war unter anderem "Stoppt den israelischen Terror" und "Jerusalem ist und bleibt Hauptstadt Palästinas" zu lesen.

Solidaritätskundgebungen für israelische Bevölkerung

Zugleich gab es aber auch Solidaritätsbekundungen für die israelische Bevölkerung. In Gießen etwa versammelten sich bei einer Demonstration mit dem Titel "Pro Israel" nach Polizeiangaben rund 300 Menschen. In Köln beteiligten sich nach Einschätzung von Beobachtern mehr als 100 Menschen an einer pro-israelischen Kundgebung. Auch in Hannover gingen Menschen auf die Straße, um ihre Solidarität mit Israels beziehungsweise mit den Palästinensern zu bekunden. Laut Polizei blieb es friedlich.

In mehreren deutschen Städten hatte es in den vergangenen Tagen anti-israelische Demonstrationen und dabei immer wieder antisemitische Vorfälle gegeben. Tausende Menschen waren vor einer Woche zu pro-palästinensischen Kundgebungen auf die Straße gegangen. Dabei war es zu Ausschreitungen und Zwischenfällen gekommen.

Merkel verurteilt Antisemitismus

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte in ihrer wöchentlichen Videobotschaft: "Wer Hass gegen Juden auf unsere Straßen trägt, wer volksverhetzende Beleidigungen äußert, stellt sich außerhalb unseres Grundgesetzes." Die Kanzlerin sprach von "unerträglichen antisemitischen Äußerungen auf einigen Demonstrationen der letzten Tage". Sie forderte spürbare Folgen.

Am Freitag war im Gaza-Konflikt eine Waffenruhe in Kraft getreten. Israel und die radikal-islamische Hamas hatten sich darauf unter Vermittlung Ägyptens nach einem elftägigen Schlagabtausch verständigt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Mai 2021 um 19:00 Uhr.