Demonstranten halten Plakate mit dem Schriftzug "Demokratie" während Protesten gegen Nicolas Maduro, Caracas/Venezuela | Bildquelle: dpa

Proteste in Venezuela Kräftemessen auf den Straßen

Stand: 03.02.2019 02:03 Uhr

Es war wohl die größte Kundgebung in Venezuela der vergangenen Jahre: Zehntausende gingen gegen Präsident Maduro auf die Straße. Auch Regierungsunterstützer demonstrierten. Heute läuft ein Ultimatum ab.

Von Markus Plate, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Zehntausende - vielleicht sogar mehr als hunderttausend Menschen - sind in Caracas bei der Großdemonstration der Opposition auf die Straßen gegangen. Die Kundgebung, zu der der mittlerweile von Dutzenden Staaten anerkannte Interimspräsident Juan Guaidó aufgerufen hatte, war wahrscheinlich die größte Demonstration seit mehr als zehn Jahren.

"Freiheit" - viele skandierten es schon bei der Anreise per U-Bahn oder zu Fuß über die Stadtautobahn. Mit rauer Stimme rief Guaidó seinen Anhänger zu: "Wir schwören, solange auf der Straße zu bleiben, bis die Ursupation beendet, eine Übergangsregierung gebildet und freie Wahlen erreicht sind."

Die Opposition fordert zusätzlich, dass die Armee dringend benötigte humanitäre Hilfe ins Land lässt, um die katastrophale Versorgungslage zu lindern.

Während bei der Oppositionskundgebung fast ausgelassene Stimmung herrschte, demonstrierten am 20. Jahrestag des Amtsantritt von Hugo Chávez, dem Vorgänger und Mentor von Nicolás Maduros, auch Regierungsunterstützer. Sie zeigten sich unnachgiebig: "Wir sind bereit, das Vaterland zu verteidigen, mit allen Mitteln", sagt ein Demonstrant.

Proteste gegen Maduro, Proteste gegen Guaido
tagesthemen 23:30 Uhr, 02.02.2019, Xenia Böttcher, ARD Mexiko-Stadt

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Luftwaffengeneral wechselt die Seiten

Allerdings schienen weit weniger Menschen für Maduro auf der Straße zu sein als für die Opposition und es waren vor allem Staatsbedienstete und Regierungsfunktionäre. Die Unterstützung auch hoher Ränge der venezolanischen Armee für Maduro scheint zu bröckeln.

Noch vor Beginn der Oppositionsdemonstrationen wechselte Luftwaffengeneral Francisco Yánez die Seiten, wie er per Video in sozialen Netzwerken erklärte: "Ich erkenne die diktatorische Herrschaft Maduros nicht an", sagte Yánez. "Stattdessen erkenne ich Juan Guaidó als legitimen Staatschef an. 90 Prozent der Streitkräfte sind nicht an der Seite des Diktators, sondern an der Seite Venezuelas."

Druck auf Maduro steigt

Nur Minuten später bezeichnete das Oberkommando der Luftwaffe Yánez als Verräter. Doch die Ankündigung des Luftwaffengenerals, aber auch Videos von Sicherheitskräften, die sich von Demonstranten auf der riesigen Oppositionskundgebung umarmen ließen, dürften den Druck nicht nur auf Maduro, sondern auch auf Venezuelas Armee weiter steigen lassen.

Die Ankündigung der Opposition auch von Guaidós Vize Stalin González im ARD-Interview, dass an einer Übergangsregierung auch Vertreter der sozialistischen Regierungspartei beteiligt werden sollen, könnte ebenfalls Wirkung gezeigt zu haben.

Als Reaktion auf die Demonstration stellte Maduro Neuwahlen der Nationalversammlung noch in diesem Jahr in Aussicht. Heute läuft ein Ultimatum mehrerer EU-Staaten aus, darunter ist Deutschland. Sie hatten Maduro eine achttägige Frist zur Ansetzung von Präsidentenwahlen gesetzt, was dieser jedoch zurückwies. Nun könnten auch diese Staaten Guaidó offiziell ‎als Interimspräsidenten anerkennen.

Landesweite Machtdemonstration der Opposition
Markus Plate, ARD Mexiko-Stadt
03.02.2019 09:04 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 02. Februar 2019 NDR Info im "Echo des Tages" ab 18:30 Uhr und die tagesthemen um 23:30 Uhr.

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