Demonstration in Barcelona für die Einigkeit von Spanien | Bildquelle: dpa

Katalonien Zehntausende fordern Einheit Spaniens

Stand: 12.10.2018 20:01 Uhr

Das Streben nach Unabhängigkeit von Madrid spaltet die Bevölkerung Kataloniens. Zehntausende haben anlässlich des spanischen Nationalfeiertages in Barcelona für die Einheit des Landes demonstriert.

Zehntausende Gegner der Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens sind in Barcelona für die Einheit Spaniens auf die Straße gegangen. Unter dem Motto "Barcelona, ein Garant für die Hispanität" marschierten die Demonstranten mit spanischen und katalanischen Flaggen durch die Stadt. Mehrere namhafte Politiker der Region schlossen sich dem Protestzug an.

Zu der Kundgebung hatte die Zivilbewegung "España y Catalans" zusammen mit 150 Organisationen und Bürgerplattformen aufgerufen. Nach Angaben der Veranstalter nahmen 300.000 Menschen an dem Protestmarsch teil, die Polizei sprach von 65.000 Teilnehmern.

Umfragen zufolge ist die Bevölkerung der wohlhabenden Region im Nordosten Spaniens in der Frage einer Unabhängigkeit von Madrid gespalten. Bereits im vergangenen Jahr hatten am 8. Oktober - eine Woche nach dem verfassungswidrigen Unabhängigkeitsreferendum in der Region - erstmals Hunderttausende Katalanen gegen die Abspaltungsbestrebungen protestiert.

Demonstration in Barcelona für die Einigkeit von Spanien | Bildquelle: dpa
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Demonstration in Barcelona für die Einigkeit Spaniens. 300.000 Menschen nahmen nach Angaben des Veranstalters teil, die Polizei zählte 65.000 Teilnehmer.

Referendum trotz gerichtlichen Verbots

Durch das Referendum im vergangenen Jahr war der jahrelange Streit um die Abspaltung Kataloniens eskaliert. Bei der Abstimmung gab es ein Ja zur Unabhängigkeit bei allerdings geringer Beteiligung.

Im Ergebnis rief das katalanische Parlament einseitig die Unabhängigkeit der Region aus. Die spanische Zentralregierung unter dem damaligen konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy setzte daraufhin die Regionalregierung ab. 

Mehrere katalanische Unabhängigkeitsbefürworter wurden unter anderem wegen "Rebellion" inhaftiert, der damalige Regionalpräsident Carles Puigdemont und mehrere seiner Kabinettsmitglieder flohen ins Ausland. Jedoch bemüht sich die Sozialistenregierung von Pedro Sánchez in Madrid seit dem Sommer um Entspannung und einen Dialog mit der Regionalregierung von Quim Torra.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Oktober 2018 um 18:00 Uhr.

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