Barack Obama  | Bildquelle: dpa

Parteitag der US-Demokraten Obama wirft Trump Versagen vor

Stand: 20.08.2020 05:48 Uhr

Beim Parteitag der US-Demokraten hat Senatorin Harris die Nominierung zur Vizepräsidentschaftskandidatin angenommen. Zuvor hatte Ex-Präsident Obama seinen Nachfolger ungewöhnlich scharf kritisiert.

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat dem republikanischen Amtsinhaber Donald Trump Versagen vorgeworfen. "Donald Trump ist nicht in den Job hineingewachsen, weil er es nicht kann. Und die Folgen dieses Versagens sind schwerwiegend", sagte Obama beim virtuellen Parteitag der Demokraten, zugeschaltet von Philadelphia.

Obama sprach mit Blick auf die Wahl am 3. November eine düstere Warnung aus: "Diese Regierung hat gezeigt, dass sie unsere Demokratie niederreißen wird, wenn das nötig ist, um zu gewinnen." Mit Kritik an seinem Nachfolger hat sich Obama bislang zurückgehalten, während Trump ihn ständig attackiert. Generell ist es nicht üblich, dass ein Ex-Präsident den Amtsinhaber scharf kritisiert. Er verteidigte dies: "Es ist keine normale Zeit. Also möchte ich heute Abend so deutlich wie ich kann darüber sprechen, was bei dieser Wahl auf dem Spiel steht." Es gehe um die Demokratie, warnte Obama.

Scharfe Kritik an Präsident Trump
Morgenmagazin, 20.08.2020, Verena Bünten, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Harris' Nominierung der eigentliche Höhepunkt

Der eigentliche Höhepunkt des Abends rückte durch Obamas Rede fast in den Hintergrund: Harris nahm die Nominierung als Vize-Kandidatin der Demokraten an. In ihrer Rede in Wilmington (Delaware) - die bislang wichtigste in ihrer politischen Karriere - warb sie mit einer Botschaft der Hoffnung und Einheit für die Wahl von Biden. "Wir müssen einen Präsidenten wählen, der etwas anderes, etwas Besseres bringt", sagte Harris. "Einen Präsidenten, der uns alle - Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene - zusammenbringt, um die Zukunft zu erreichen, die wir uns gemeinsam wünschen." Sie fügte hinzu: "Lasst uns mit Hoffnung kämpfen."

Biden hatte sich vergangene Woche für die Senatorin und Juristin aus Kalifornien als seine mögliche Stellvertreterin entschieden und damit eine historische Wahl getroffen. Im Fall eines Wahlsiegs wäre Harris die erste Frau und Schwarze im Vizepräsidentenamt.

Die Senatorin Kamala Harris nimmt die Nominierung der US-Demokraten bei deren Parteitag für das Amt der Kandidatin zur Vizepräsidentin an. | Bildquelle: REUTERS
galerie

Die Senatorin Kamala Harris nimmt die Nominierung der US-Demokraten bei deren Parteitag für das Amt der Kandidatin zur Vizepräsidentin an.

Auch Hillary Clinton attackiert Trump

Auch die übrigen hochkarätigen Redner des Abends attackierten den Amtsinhaber. Die frühere Außenministerin, Senatorin und First Lady Hillary Clinton, die Trump bei der Wahl 2016 unterlag, sagte: "Ich wünschte, Donald Trump wüsste, wie man ein Präsident ist." Amerika brauche sofort einen besseren Präsidenten. "Wählen Sie, als stünden unsere Leben und unsere Lebensgrundlagen auf dem Spiel, denn das tun sie."

Auf Obamas Abrechnung hatte Trump schon nach Bekanntwerden erster Redeauszüge reagiert. Er sei nur Präsident geworden, weil Obama selbst versagt habe. "Präsident Obama hat keinen guten Job gemacht. Und der Grund, warum ich hier bin, ist wegen Präsident Obama und Joe Biden", sagte er bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

"Unsere Demokratie steht auf dem Spiel"

Obama sagte: "Ich hatte gehofft - im Interesse unseres Landes -, dass Donald Trump etwas Interesse daran zeigen würde, den Job ernstzunehmen; dass er das Gewicht dieses Amtes spüren und etwas Ehrfurcht vor der Demokratie entdecken würde, die ihm anvertraut wurde. Aber er hat es nie getan." Der 59-Jährige rief die Amerikaner auf, mit ihrer Stimmabgabe dafür zu sorgen, "dass die Grundprinzipien unserer Demokratie fortbestehen". "Denn genau das steht jetzt auf dem Spiel. Unsere Demokratie."

Trump habe die Macht seines Amtes lediglich dafür genutzt, sich selbst und seinen Freunden zu helfen, so Obama. Die Präsidentschaft habe er behandelt wie "eine weitere Reality-Show, mit der er die Aufmerksamkeit bekommen kann, nach der er sich sehnt". Unter Trump seien während der Corona-Pandemie nicht nur 170 000 Amerikaner gestorben, sondern auch Millionen Arbeitsplätze verloren gegangen. Obama machte den Republikaner zudem dafür verantwortlich, dass die USA in der Welt an Ansehen verloren hätten und die demokratischen Institutionen "wie nie zuvor" bedroht seien.

Trump sagte, hätten Obama und dessen Vizepräsident Biden bessere Arbeit geleistet, wäre er möglicherweise gar nicht ins Rennen um die Präsidentschaft eingestiegen. "Ich wäre sehr glücklich gewesen, ich habe mein vorheriges Leben sehr genossen." Obama habe dem Land "Schrecken" hinterlassen, Trump führte aber nicht aus, was er damit meinte. Auf Twitter schob der Republikaner an Obama und Hillary Clinton gerichtet nach: "Wir sehen uns auf dem Schlachtfeld."

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 20. August 2020 um 05:38 Uhr und 06:08 Uhr.

Darstellung: