Menschen stehen in Dayton/Ohio am Memorial von Greg Zanis "Crosses for Losses" und trauern um die Opfer des Massakers. | Bildquelle: dpa

Attentat mit neun Toten Schütze von Dayton hatte Drogen im Blut

Stand: 16.08.2019 07:38 Uhr

Er hatte neun Menschen erschossen, darunter seine Schwester: Die Obduktion des Angreifers von Dayton ergab nun, dass er während der Tat unter Drogen stand. Beim Motiv tappen die Ermittler weiter im Dunkeln.

Der Todesschütze von Dayton hat vor dem Massaker im US-Staat Ohio offenbar Drogen konsumiert. In seinem Blut seien Spuren von Kokain, Antidepressiva und Alkohol gefunden worden, teilte der Gerichtsmediziner im Bezirk Montgomery County, Kent Harshbarger, mit. Die Behörden hätten an der Leiche des 24-Jährigen außerdem eine Tüte Kokain gefunden.

Connor B. hatte am 4. August im Unterhaltungsviertel von Dayton mit einem Sturmgewehr das Feuer eröffnet und neun Menschen erschossen, darunter auch seine Schwester. Mindestens 17 weitere wurden verletzt. Die Polizei sucht noch immer nach einem Motiv.

Mit Blick auf den Verlauf des Massakers sagte Harshbarger, zwei von B. angeschossene Personen seien auch durch Schüsse der Polizei getroffen worden. Diese seien aber nicht tödlich gewesen. Der Schütze selbst sei 24 Mal verwundet worden. Ziel war nach Angaben des Daytoner Polizeichefs Richard Biehl, "das Töten sofort zu stoppen". B. wurde durch die Polizei getötet.

Psychiatrien statt Waffenrestriktion

US-Präsident Donald Trump erteilte unterdessen Forderungen nach schärferen Waffengesetze eine Absage: Was er nicht erlauben werde, seien Maßnahmen, die es "gesetzestreuen" Menschen erschweren, "sich selbst zu schützen". "Wir werden das Recht auf Selbstverteidigung immer aufrechterhalten."

Stattdessen brachte Trump die Wiedereröffnung von Psychiatrien ins Spiel. Er wolle sich auf mentale Gesundheit konzentrieren, nicht auf Waffenkontrolle, sagte er bei einem Auftritt im US-Staat New Hampshire. "Wir werden psychisch verwirrte und gefährliche Menschen von den Straßen holen, damit wir uns nicht so viel wegen ihnen sorgen müssen", sagte Trump. "Es gibt ernsthaft kranke Menschen und sie sind auf den Straßen."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. August 2019 um 04:48 Uhr.

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