Die britische Premierministerin Theresa May hält eine Rede in Northwood, im Nordwesten Londons (Foto vom 08.07.2019). | Bildquelle: AP

Streit über Botschafter May beschwichtigt - Trump attackiert

Stand: 09.07.2019 15:11 Uhr

Die britische Regierung versucht den diplomatischen Spagat, nachdem interne Berichte des britischen Botschafters in den USA für Ärger mit Washington gesorgt haben. US-Präsident Trump attackierte per Twitter.

In der Affäre um kritische interne Berichte des britischen Botschafters in Washington über die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat sich Premierministerin Theresa May hinter ihren Diplomaten gestellt. Botschafter Kim Darroch genieße weiterhin die volle Unterstützung Mays, erklärte ein Regierungssprecher.

Und auch der ehemalige britische Außenminister William Hague, eine wichtige Figur in Mays Konservativer Partei, sagte, es sei richtig, dass die Regierung Darroch unterstütze. Zugleich bemüht sich London gegenüber Trump um Schadensbegrenzung. Die Regierung habe den USA ihr Bedauern in der Sache zum Ausdruck gebracht, sagte der Regierungssprecher am Montagabend.

US-Präsident Trump und die britische Premierministerin May während des Staatsbesuchs in London Anfang Juni | Bildquelle: AFP
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Anfang Juni traf Trump bei den Feierlichkeiten zum D-Day in Portsmouth auch die britische Premierministerin May.

London betont "besondere Beziehung" zu USA

Die in die Öffentlichkeit gelangten Auszüge aus den internen Berichten gäben die Intensität der Beziehungen und deren Wertschätzung durch Großbritannien nicht angemessen wieder, sagte der Sprecher. "Das Vereinigte Königreich hat eine besondere und beständige Beziehung zu den USA, die auf unserer langen Geschichte und unserem Bekenntnis zu gemeinsamen Werten beruht, und das wird auch weiter so sein."

Der britische Botschafter Kim Darroch bei einem Empfang in Washington (Archivbild: 18.01.2017) | Bildquelle: AFP
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Interne Berichte des britischen Botschafters Darroch gelangten an die Öffentlichkeit.

Die britische Zeitung "Mail on Sunday" hatte am Wochenende aus vertraulichen Memos des Botschafters zitiert. Darin wird die US-Regierung als "unfähig" bezeichnet. Trump strahle Unsicherheit aus und agiere ungeschickt, schrieb Darroch demnach.

Die Einschätzungen stammen den Angaben zufolge aus dem Zeitraum von 2017 bis in die Gegenwart. Das Außenministerium in London bestritt die Authentizität nicht und erklärte, die britische Öffentlichkeit erwarte, dass Botschafter Ministern eine ehrliche und ungeschminkte Bewertung der Lage in ihren Ländern geben.

Trump-Attacken via Twitter

Trump reagierte wie üblich auf Twitter. "Ich kenne den Botschafter nicht, aber er ist in den USA nicht beliebt oder wird geschätzt", schrieb er im Kurzmitteilungsdienst und kündigte an, seine Regierung werde keinen Kontakt mehr mit Darroch unterhalten. "Wir werden uns nicht mehr mit ihm befassen."

Einige Stunden später legte Trump nach und attackierte Darroch erneut scharf. "Der verrückte Botschafter, den das Vereinigte Königreich den Vereinigten Staaten aufgezwungen hat, ist keiner, von dem wir begeistert sind, ein sehr dummer Kerl", twitterte Trump. "Er sollte mit seinem Land und Premierministerin May über ihre gescheiterten Brexit-Verhandlungen sprechen, und sich nicht über meine Kritik darüber aufregen, wie schlecht das gehandhabt wurde."

An May und ihrem Brexit-Kurs ließ Trump kein gutes Haar: "Was für ein Durcheinander sie und ihre Vertreter angerichtet haben. Ich habe ihr gesagt, wie man es machen sollte, aber sie hat sich entschieden, einen anderen Weg zu gehen." Aber es gebe da eine "wundervolle Nachricht": Bald werde Großbritannien einen neuen Premierminister haben.

US-Präsident Trump beim Staatsbankett mit der Queen. | Bildquelle: AP
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Der prunkvolle Staatsbesuch bei der Queen - hier beim Staatsbankett im Buckingham Palast - hat Trump nachhaltig beeindruckt.

Die Queen hinterließ Eindruck

Im Rennen um den Vorsitz der regierenden Konservativen Partei und die Nachfolge von Premierministerin May stehen sich Außenminister Jeremy Hunt und dessen Amtsvorgänger Boris Johnson gegenüber. Am Abend findet in London das erste TV-Duell der beiden Kandidaten statt. Trump gilt als Unterstützer Johnsons.

Nur für die britische Königin Elizabeth II. fand Trump freundliche Worte. Bei seinem "herrlichen" Staatsbesuch in Großbritannien im vergangenen Monat sei er am meisten von der Queen beeindruckt gewesen, twitterte der US-Präsident.

Trump teilt aus gegen Theresa May
Sebastian Hesse, ARD Washington
09.07.2019 15:51 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 09. Juli 2019 um 17:36 Uhr.

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