Frau mit Burka in Marokko | Bildquelle: AFP

Neue Regelung ab August Dänemark beschließt Verhüllungsverbot

Stand: 31.05.2018 13:53 Uhr

Dänemark schließt sich den EU-Staaten an, die das Verhüllen des Gesichts in der Öffentlichkeit verbieten. Das Gesetz umfasst nicht nur Burkas, sondern auch Schals oder Helme. Ein Verstoß wird teuer.

In Dänemark dürfen die Menschen künftig ihr Gesicht nicht mehr verdecken, etwa durch Burkas oder Nikabs, aber auch Schals, Mützen, Masken oder künstliche Bärte sind ab August tabu. Das Parlament des Landes segnete das Verbot mit 75 zu 30 Gegenstimmen ab.

Eine Ausnahme erlaubt die neue Regelung allerdings: Bei kalten Temperaturen darf man das Gesicht durch das Tragen von warmer Kleidung wie Schals schützen.

Man muss Verbot nicht einhalten - aber in jedem Fall zahlen

Wer sein Gesicht trotz Verbots verhüllt, dem droht eine Geldstrafe: Beim ersten Mal kostet der Verstoß 135 Euro, beim vierten Mal werden schon 1350 Euro fällig. Niemand werde gezwungen, die Burka auf der Straße abzulegen, verteidigte der dänische Justizminister Søren Pape den Beschluss. Zahlen müssten die Betroffenen jedoch, und anschließend würden sie aufgefordert, nach Hause zu gehen.

Frankreich führte als erster EU-Staat Verbot ein

Dänemark ist nicht das einzige Land in der EU, in dem die Verschleierung oder Verhüllung abgeschafft wird. Den Beginn machte bereits 2011 Frankreich, im September trat ein solches Verbot in Österreich in Kraft. Und auch Belgien hatte 2016 ein sogenanntes Burka-Verbot beschlossen, allerdings in eingeschränkter Form, da es nur auf öffentlichen Plätzen oder etwa in Schulen und Krankenhäusern gilt.

Auch in Deutschland wurde über ein Gesetz zur Abschaffung der Verschleierung debattiert. Neben der AfD sprachen sich auch CSU-Politiker für ein Verbot aus.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. Mai 2018 um 14:00 Uhr.

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