Strand von Asnelles, Normandie | Bildquelle: AFP

75 Jahre D-Day Gedenken, Militärspektakel, Mahnung

Stand: 05.06.2019 08:10 Uhr

Mit Veranstaltungen und vielen Regierungschefs erinnert Großbritannien an die Landung der Alliierten in der Normandie. Doch nicht alle Veteranen können mit den Feiern etwas anfangen.

Von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

"Wir hatten keine Ahnung, zu welcher Waffengattung wir zugeordnet werden würden", erzählt Jim Healy. Trotz monatelanger Vorbereitung und geheimer Manöver wussten die Soldaten selbst nicht, was sie erwartete. "Ich hätte auf einem Schiff landen können oder an der Kanone", sagt Jim in der BBC.

Die letzten Zeitzeugen erinnern sich

Jim Healy gehört zu den britischen Soldaten der Alliierten, die in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1944 die Südküste Großbritanniens verlassen, um an der Nordküste Frankreichs den Kampf gegen das Nazi-Regime aufzunehmen. Heute, 75 Jahre später, erinnern sich diese letzten Zeitzeugen noch einmal in Zeitungen, in Radio- und Fernsehsendungen im ganzen Land.

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D-Day: Landung in der Normandie

D-Day

Die Landung der alliierten Streitkräfte in der Normandie am 6. Juni 1944 war ein entscheidender Schritt zur Befreiung Frankreichs und Westeuropas von der Nazi-Herrschaft. Das Foto zeigt US-Soldaten, wie sie von einem Landeboot in Richtung Omaha-Beach in der Nähe des Ortes Vierville-sur-Mer vorrücken. Auf der Konferenz von Teheran im November/Dezember 1943 hatten die Regierungschefs der drei Hauptalliierten der Anti-Hitler-Koalition - US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der britische Premierminister Winston Churchill und der sowjetische Staatschef Josef Stalin - eine Gesamtoffensive gegen Nazi-Deutschland beschlossen. Die Landung in der Normandie war der Auftakt zur Endphase der Befreiung. | Bildquelle: REUTERS

Rund 7000 Landungsboote brachten damals mehr als 130.0000 Soldaten an die Küste der Normandie, unterstützt von einer Luftwaffe mit Tausenden Flugzeugen. Auch Fred Adamson war einer der britischen Soldaten. "Wir gerieten gleich unter intensives Maschinengewehrfeuer. Das hatten wir nicht erwartet. Wir konnten nirgendwo hin, nur versuchen, uns irgendwie zu verschanzen", berichtet er.

"Wir haben Wochen und Wochen für diesen Tag X geübt". 19 Jahre war er damals alt. Wir haben das in einem solchen Ausmaß trainiert, dass uns die Landung zur zweiten Natur wurde. Wir haben zum Beispiel viel über das Wetter und Ebbe und Flut gesprochen. An der Küste warteten ja Landminen und andere Hindernisse auf uns. Wir haben einfach abgewartet, bis die Flut so hoch war, dass wir ohne Probleme darüber hinweg kamen", erzählt Healy.

D-Day-Veteranen bei einer Gedenkveranstaltung in Portsmouth | Bildquelle: AP
galerie

D-Day-Veteranen bei einer Gedenkveranstaltung in Portsmouth

Trump, Macron, Merkel

Mit mehr als zwei Dutzend Veranstaltungen gedenken die Briten in diesen Tagen der Invasion in der Normandie. Zu den D-Day-Feiern in Portsmouth sind 300 Veteranen eingeladen, kommen werden aber unter anderem auch die Queen, US-Präsident Donald Trump, der französische Staatspräsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Feierlichkeiten mit Trump, Macron und Merkel
tagesschau 14:00 Uhr, 05.06.2019, Alexander Westermann, ARD London

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Healy hat nichts gegen diese Feiern, kann mit ihnen aber auch nicht viel anfangen. Er habe nie das Bedürfnis gehabt, groß über diese Zeit in seiner Jugend zu reden, sagt Jim. "Das Leben ging einfach weiter. Wir haben geheiratet, eine Familie bekommen - das hat uns viel mehr beschäftigt. Ich glaube, meine Frau weiß nicht viel aus meiner Zeit damals in der Normandie. Wir haben das nicht so wichtig genommen", sagt er.

Die Regierung in London nimmt die Feiern in Portsmouth dafür umso wichtiger: Sie hat das größte britische Militärspektakel der jüngeren Geschichte angekündigt.

75 Jahre D-Day: Feierlichkeiten in Portsmouth
Thomas Spickhofen, ARD London
05.06.2019 06:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 05. Juni 2019 B5 aktuell um 07:20 Uhr und die tagesschau um 09:00 Uhr.

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