Cynthia Nixon | Bildquelle: REUTERS

Cynthia Nixon tritt in New York an "Sex and the City"-Star will regieren

Stand: 20.03.2018 17:47 Uhr

Für Serienfans ist sie Miranda Hobbes aus "Sex and the City". In ihrem Heimatstaat New York ist Cynthia Nixon aber auch als Kämpferin gegen Ungerechtigkeit bekannt - und will dort Gouverneurin werden.

Von Kai Clement, ARD-Studio New York

Sie war Miranda Hobbes in der Erfolgsserie "Sex and the City". Das ist zwar rund 15 Jahre her - aber es hat ihr Gesicht bekannt gemacht. Das hilft ihr jetzt. Jetzt, wo Cynthia Nixon ihr erstes politisches Amt anstrebt und gleich vollmundig das Ende ankündigt: Das Ende des so "Weitermachens wie bisher".

Man müsse die Ungerechtigkeit bei ihren Wurzeln packen - oder gleich das ganze politische System auf den Kopf stellen. Das klingt zwar ein bisschen wie Ex-Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders, ist aber doch die New Yorker Schauspielerin: "Kein Staat in den USA hat so ungleiche Lebensbedingungen wie New York - mit unglaublichem Reichtum und extremer Armut", sagt sie. "Die Hälfte der Kinder im Norden des Staates lebt unter der Armutsgrenze."

Cynthia Nixon mit Medienvertretern | Bildquelle: AFP
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Nixons Ankündigung löste ein starkes Medieninteresse aus.

Cynthia Nixon greift ganz ähnlich wie Bernie Sanders von ziemlich weit links an - jedenfalls für amerikanische Verhältnisse. Das macht sie in ihrem kurzen Twitter-Video zur Ankündigung ihrer Kandidatur deutlich: "Wir wollen, dass unsere Regierung wieder was tut. Für das Gesundheitssystem, für ein Ende der Masseninhaftierungen, und gegen die kaputte U-Bahn."

Konkurrenz aus der eigenen Partei

Schnell war ihr Video an der Spitze der New Yorker Twitter-Trends, nach 20 Minuten sogar an der Spitze der US-weiten Twitter-Charts. Das kann dem amtierenden New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo kaum gefallen. Der strebt im November eine dritte Amtszeit an - genau wie sein Vater, der ebenfalls zwölf Jahre lang den Staat regierte.

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New Yorks Gouverneur Cuomo mit dem Bürgermeister der Stadt, de Blasio (rechts).
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Zwei Demokraten, die sich nicht viel zu sagen haben: New Yorks Gouverneur Cuomo mit dem Bürgermeister der Stadt New York, de Blasio (rechts).

Der Demokrat Cuomo bekommt nun prominente parteiinterne Konkurrenz. Leicht säuerlich witzelt er, dahinter müsse wohl die russische Regierung stecken oder der - ebenfalls ziemlich links stehende - Bürgermeister von New York. Bürgermeister Bill de Blasio und Gouverneur Cuomo sind zwei Alpha-Männchen in einer Dauerfehde: Gibt der eine eine Pressekonferenz etwa zur maroden U-Bahn, gibt der andere zwei.

Dennoch beteuert de Blasio seine Unschuld in dem parteiinternen Ränkespiel: "Ich habe schon mehrfach gesagt, dass ich nichts damit zu tun habe. Ich habe seit einem Monat nicht mehr mit ihr gesprochen. Wie oft soll ich das sagen?"

Kein politisches Leichtgewicht

Gouverneur Cuomo hat ein Wahlkampfbudget von 30 Millionen Dollar. Er hat in den Umfragen klar die Mehrheit seiner Partei in New York hinter sich. Er kommt aus einer erfahrenen Politikerfamilie. Aber er begegnet in Cynthia Nixon keinem Leichtgewicht.

Sie wäre die erste Frau an der Spitze New Yorks - die erste lesbische Frau zudem. Als Aktivistin für Erziehung und die Gleichstellung von Schwulen und Lesben engagiert sie sich schon länger - etwa in einer Gruppe, die diskriminierende Senatoren aus ihrem Amt werfen wollte. Es wirkt wie ein Warnhinweis für den amtierenden Gouverneur: Cynthia Nixon hat also Erfahrung darin, wie man missliebige Politiker los wird.

Cynthia Nixon: Von "Sex and the City" zur Gouverneurin im Staat?
Kai Clement, WDR New York
20.03.2018 17:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 20. März 2018 um 17:30 Uhr.

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