Eine Packung mit der von Pfizer entwickelten Pille Paxlovid gegen Covid-19. | EPA

Notfallzulassung erteilt USA setzen auf Pfizers Corona-Pille

Stand: 23.12.2021 06:53 Uhr

Im Kampf gegen Covid-19 ruht die Hoffnung der US-Regierung auch auf der Pille Paxlovid, für die die Arzneimittelbehörde FDA nun eine Notfallzulassung erteilt hat. Hunderttausende Packungen sind bereits bestellt. Doch von einer Massenproduktion ist Hersteller Pfizer noch weit entfernt.

Von Franziska Hoppen, ARD-Studio Washington

Pfizer-Chef Albert Bourla ist euphorisch: "Das ändert alles", sagt er dem Fernsehsender CNN. Die von dem Unternehmen entwickelte Corona-Tablette Paxlovid hat in den USA die Notfallzulassung bekommen.

Franziska Hoppen ARD-Studio Washington

Das heißt: Dank ihr könnten Krankenhäuser demnächst entlastet werden. Und zwar deutlich, meint Chef-Virologe Anthony Fauci: Die Tablette könne das Risiko von Krankenhausaufenthalten zu etwa 90 Prozent senken. Das sei eine sehr gute Nachricht.

Pille soll schweren Krankheitsverlauf verhindern

Paxlovid bremst die Vermehrung der Viren. Wer erkrankt ist, nimmt die Pille zuhause zweimal täglich ein, fünf Tagen lang und in Kombination mit einem weiteren Präparat. Diese Kur soll vermeiden, dass man schwerer erkrankt - und möglicherweise ins Krankenhaus muss.

Für die überlasteten Ärzte ein Lichtblick. Sie sei begeistert, sagt Megan Ranney dem Fernsehsender CNN. Sie ist Ärztin in einer Notaufnahme: "Es wird einfach großartig sein, dieses Medikament bei der Corona-Bekämpfung zusätzlich zur Verfügung zu haben."

Noch weit von der Massenproduktion entfernt 

Aber die Sache habe einen Haken, wie Anthony Fauci erklärt. Leider werde dieses Medikament in einem ziemlich komplizierten und komplexen synthetischen Prozess hergestellt. Sechs bis acht Monate lang dauere dieser Prozess. Von der Massenproduktion ist Pfizer also noch weit entfernt.

Die US-Regierung hat trotzdem schon mal vorbestellt: Rund zehn Millionen Packungen für rund fünf Milliarden Dollar. Eine Packung entspricht einer Behandlung. Und noch in diesem Jahr könnten die ersten davon ausgeliefert werden, teilte das Weiße Haus mit. Im Januar sollen dann rund 265.000 Packungen zur Verfügung stehen. 

Risikogruppen sollen Medikament erhalten

Doch die bekommt nicht jeder. Sehr wahrscheinlich werden Menschen das Medikament bekommen, die deutliche Krankheitssymptome haben - und zwar innerhalb der ersten drei Tage dieser Symptome, sagt Fauci. Hinzu kämen Menschen, die ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Außerdem müssen Patienten älter als zwölf Jahre sein.

"Kein Wundermittel"

Aber auch das betonen die Gesundheitsexperten: Die Pille bleibt nur eine Säule der Behandlung. Dem stimmt Ärztin Ranney zu: Die Anti-Covid-Pille sei kein Wundermittel - und kein Ersatz für die Impfung. Im Gegenteil. Sie kommt erst dann zum Einsatz, wenn schon jemand krank ist. Die Tablette ist teurer als die Impfung, an weniger Menschen getestet und die Einnahme ist komplizierter.

Trotzdem, gerade in Anbetracht der sich in den USA ausbreitenden Omikron-Variante, lasten Hoffnungen auf dem Medikament. Pfizer will die Produktion nun hochfahren. Die USA wollen dabei helfen, das zu beschleunigen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Dezember 2021 um 08:00 Uhr.

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Moderation 23.12.2021 • 13:45 Uhr

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