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Coronavirus in den USA Vergleiche mit 9/11 und Pearl Harbor

Stand: 06.04.2020 09:01 Uhr

Der oberste Amtsarzt der USA warnt vor einer traumatischen Zeit und vergleicht die Corona-Pandemie mit den Terroranschlägen von 2001 und dem Angriff auf Pearl Harbor. Denn der Höhepunkt der Krise steht dem Land erst noch bevor.

Von Katrin Brand, ARD-Studio Washington

Es war eine düstere Warnung, die Jerome Adams am Sonntagmorgen bei Fox News abgab. Nun beginne ja die Karwoche, sagte der oberste Amtsarzt der USA, "das wird die härteste und traurigste Woche, die viele Amerikaner je in ihrem Leben erlebt haben".

Das werde wie 9/11 oder Pearl Harbor - nur eben nicht lokal begrenzt, sondern im ganzen Land. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 und der japanische Angriff auf den US-Stützpunkt 1941 sind für viele US-Bürger traumatische Ereignisse.

Widerspruch gab es keinen, auch nicht vom Präsidenten. "Wir müssen einen bestimmten Punkt erreichen, einen entsetzlichen Punkt, was die Zahl der Toten angeht", sagte Trump in seiner täglichen Pressekonferenz. Aber das Licht am Ende des Tunnels sei schon zu sehen.

US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz zum Coronavirus. | Bildquelle: REUTERS
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US-Präsident Donald Trump sieht bereits "Licht am Ende des Tunnels".

Experten zweifeln an offizieller Zahl der Toten

Rund 340.000 US-Amerikaner sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Zahl steigt schnell, ein Zeichen dafür, dass nun viel mehr getestet wird als vorher. Tatsächlich dürften weit mehr Menschen infiziert sein.

Auch die offizielle Zahl von rund 10.000 Toten wird von Experten angezweifelt. Sehr wahrscheinlich sind schon im Februar und Anfang März Menschen an Covid-19 gestorben, ohne dass die Krankheit als solche erkannt worden wäre.

Zentrum der Krise ist weiterhin New York mit über 120.000 bekannten Fällen, doch immer mehr Bundesstaaten schlagen nun Alarm. In Louisiana mit New Orleans als Hotspot sind nun rund 500 Menschen gestorben, Mitte der Woche könnten die Beatmungsgeräte ausgehen. Auch Illinois mit seinem Ballungsraum Chicago steuert auf einen Engpass zu.

Produktion von Beatmungsgeräten stockt

Automobilkonzerne wie General Motors (GM) bereiten zwar die Produktion von Beatmungsgeräten vor. Der Gouverneur von Illinois, J.B. Pritzker, zeigte sich im Sender CNN allerdings wenig optimistisch. Der Konzern werde laut eigener Aussage vor allem im Mai und Juni Geräte herstellen. "Großartig, vielleicht brauchen wir die dann", sagte Pritzker, "aber wenn wir vermutlich Ende April unseren Höhepunkt haben, sind keine zu bekommen."

Ende April, Anfang Mai wird in vielen Staaten der USA der Peak erwartet. Rund 90 Prozent der Amerikaner sind inzwischen aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Doch noch immer gibt es acht Bundesstaaten, die das Leben ihrer Bürger nicht einschränken wollen.

Corona-Krise: USA bereiten sich auf die „härteste Woche“ vor
Karin Brand, ARD Washington
06.04.2020 07:14 Uhr

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Dieser Beitrag lief im Deutschlandfunk "Informationen am Morgen" am 06. April 2020 um 06:16 Uhr.

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Katrin Brand, WDR

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