In New York trägt ein medizinischer Mitarbeiter eine Atemmaske und einen Ganzkörperanzug zum Schutz gegen das Coronavirus. | Bildquelle: AP

Corona-Pandemie Mehr als 5000 Tote in den USA

Stand: 02.04.2020 05:16 Uhr

Nach wie vor kostet das neue Coronavirus weltweit täglich Tausende Menschen das Leben. Die USA verzeichnen mittlerweile mehr als 4000 Todesopfer, auch in Großbritannien steigen die Zahlen drastisch an.

Durch die Ausbreitung des Coronavirus steigen die Zahlen der Todesopfer weltweit weiterhin drastisch an. In den USA, die als neues Zentrum der Pandemie gelten, bezifferte die dort ansässige Johns Hopkins-Universität die Opferzahl mittlerweile mit mehr als 5100.

Mit etwa 2000 Opfern kamen die meisten Menschen in der US-Metropole New York ums Leben. In den gesamten USA sind nach Angaben der Johns Hopkins-Universität mittlerweile mehr als 216.500 Infektionen mit dem Coronavirus bekannt. Damit sind die Vereinigten Staaten nun weltweit am schwersten von der Pandemie betroffen.

Trump schwört Bevölkerung auf "harte Tage ein"

Erst am Dienstag hatte US-Präsident Donald Trump daher angekündigt, die bereits seit rund zwei Wochen geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens um weitere 14 Tage zu verlängern. Diese sehen etwa ein Versammlungsverbot vor, zudem sollen die Bürger Abstand zueinander halten.

Doch trotz dieser Maßnahmen gehen die Berater der US-Regierung davon aus, dass es durch die Pandemie weitere 100.000 bis 240.000 Todesfälle geben wird. Ohne die Einschränkungen wären nach Prognosen des Beraterstabs zwischen 1,5 und 2,2 Millionen Tote zu befürchten gewesen, wie Trump selbst in einer Rede im Weißen Haus mitteilte. Er sprach von einem "Krieg mit einem tödlichen Virus" und von "harten Tagen", die in den kommenden beiden Wochen auf die Amerikaner zukommen würden.

Auch Frankreich meldet mehr als 4000 Tote

Auch der französische Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon teilte am Abend mit, dass die Todesfälle in Frankreich über 4000 angestiegen seien. Allein in den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 500 Patienten infolge einer Corona-Erkrankung gestorben.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen weiteren Regierungsvertreter berichtete, könnte sich die Zahl der registrierten Todesfälle weiter erhöhen: Bislang werden in Frankreich nur die Patienten in Krankenhäusern erfasst, die durch das Virus ums Leben gekommen sind. Bald sollen demnach aber auch Fälle aus Altenheimen in die Statistik mit einfließen. Reuters zufolge wurden den französischen Behörden bisher fast 57.000 Infektionen gemeldet. Die Johns Hopkins-Universität spricht von mehr als 57.000 Fällen in ganz Frankreich.

Der Direktor der regionalen Gesundheitsbehörde Île de France, Aurélien Rousseau, warnte in einem Interview mit dem Sender Franceinfo vor der massiven Überlastung der Kliniken im Ballungsraum Paris. Man sei "am Ende der Krankenhauskapazitäten". In der Region Paris gebe es 1200 Intensivbetten. Zurzeit habe man aber bereits 2700 Patienten auf den Intensivstationen.

Frankreich hat damit begonnen, schwer erkrankte Patienten aus der Region Paris in weniger belastete Landesteile zu bringen, darunter in Kliniken in Brest oder Rennes. Auch deutsche Bundesländer, etwa Nordrhein-Westfalen, haben bereits Patienten aus Frankreich zur Behandlung aufgenommen.

Spanien: Fünf Tage hintereinander mehr als 800 Todesfälle

In Spanien hatte die Regierung bereits vor rund zweieinhalb Wochen eine Ausgangssperre verhängt, um die rasche Ausbreitung des neuen Virus möglichst einzudämmen. Trotzdem verzeichnen die Gesundheitsbehörden des Landes nach wie vor täglich eine drastischen Anstieg an neuen Infektionen und Todesfällen. Das Gesundheitsministerium meldete mit 864 weiteren Toten den fünften Tag hintereinander mehr als 800 Todesopfer binnen eines Tages.

Im selben Zeitraum seien zudem rund 7700 weitere Ansteckungen mit dem Erreger Sars-CoV-2 registriert worden. Das sei gegenüber dem Vortag immerhin ein Rückgang der neu gemeldeten Infektionen um etwa 1500 Fälle. Landesweit sind derzeit mehr als 104.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 9300 Menschen kamen bislang infolge einer Ansteckung ums Leben.

Erstmals mehr als 500 Tote in Großbritannien

Erstmals seit dem Ausbruch der Pandemie verzeichnete auch Großbritannien mehr als 500 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden. Wie das britische Gesundheitsministerium mitteilte, starben seit dem Vortag 563 Menschen durch eine Infektion. Die Opferzahl in Großbritannien stieg damit auf insgesamt mehr als 2350 an. Rund 30.000 Infektionen wurden bisher offiziell nachgewiesen.

Die britische Regierung war für ihr Vorgehen in der Corona-Krise scharf kritisiert worden. Premierminister Boris Johnson, der selbst positiv auf das Virus getestet wurde, habe zu zögerlich Vorsichtsmaßnahmen gegen die Pandemie angeordnet. Großbritannien hatte vor rund zwei Wochen als ersten Schritt beschlossen, Schulen vorübergehend zu schließen und seitdem die Einschränkungen des öffentlichen Lebens weiter verschärft.

Zahl der Infizierten in Italien stabil

In Italien starben wieder mehr als 720 Menschen innerhalb eines Tages - allerdings blieb der Anstieg der Zahl der aktuell Infizierten stabil. Die Zahl der derzeit erfassten Covid19-Fälle stieg um 2937 auf 80.572, teilte der Zivilschutz mit. Das war ein Anstieg um weniger als vier Prozent. Eingerechnet der Toten und Geheilten lag die Summe der erkannten Infektionen bei insgesamt 110.574. Es kamen 727 Tote hinzu, insgesamt sind es nun 13.155. Der Druck auf die Kliniken scheint aber abzunehmen. Bei den Menschen auf der Intensivstation kamen nur zwölf hinzu.

Der Ursprung der Corona-Pandemie wird in der chinesischen Provinz Hubei vermutet. Die chinesischen Behörden hatten in den vergangenen Tagen wiederholt verkündet, im eigenen Land keine neuen Ansteckungen zu verzeichnen. Nachdem allerdings die Zählweise der Infektionen geändert und nun auch Fälle registriert werden, bei denen Betroffene zwar positiv auf das Virus getestet wurden, aber keine Symptome zeigten, steigen die Zahlen wieder an. Laut der Johns Hopkins-Universität sind derzeit mehr 82.000 Infektionen in ganz China bekannt.

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