Ein Mann mit einer Atemschutzmaske läuft in Tokio an einem Banner mit dem Olympia-Logo vorbei.  | Bildquelle: KIMIMASA MAYAMA/EPA-EFE/Shutters

Coronavirus in Japan Spiele um jeden Preis?

Stand: 18.03.2020 18:52 Uhr

Die Kritik an Japans Umgang mit dem Coronavirus wächst. Hält das Land die offizielle Zahl der Infizierten klein, um die Olympischen Spiele zu retten?

Von Barbara Jung, ARD-Studio Tokio

Im neu gebauten Olympiastadion in Tokio verlegen Arbeiter gerade die letzten Stromleitungen. Bauarbeiter Tento Kagami hat dabei ein mulmiges Gefühl. "Wenn man überlegt, dass für die Olympischen Spiele Leute aus aller Welt nach Japan kommen, dann denke ich, dass es besser wäre, die Spiele abzusagen."

70 Prozent der Japaner sind laut einer Umfrage der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo dagegen, die Spiele wie geplant durchzuführen. Das Internationale Olympische Komitee hält jedoch nach Konsultationen mit den Weltsportorganisationen am Zeitplan fest: Drastische Entscheidungen seien derzeit nicht erforderlich und jegliche Spekulationen zu diesem Zeitpunkt kontraproduktiv.

Japan hält weiter an Olympia 2020 in Tokio fest
Morgenmagazin, 19.03.2020, Barbara Jung, ARD Tokio

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Zahl der Corona-Fälle in Japan um das 30-fache höher?

Auch Gastgeberland Japan hält mit allen Mitteln an den Spielen fest. Das Land hat derzeit 874 Infizierte. Virologen gehen davon aus, dass die Dunkelziffer sehr viel höher ist, da Japan wenig testet. Zum Vergleich: Südkorea hat zwischenzeitlich pro Tag so viele Menschen getestet wie Japan insgesamt.

der Virologe Masahiro Kami
galerie

Virologe Masahiro Kami

"Japan ist mit Südkorea vergleichbar, beide Länder liegen nah an China und haben regen Austausch miteinander", erläutert der Virologe Masahiro Kami. "Ich glaube deswegen, dass die tatsächliche Zahl der Fälle in Japan um das 30-fache höher liegt".

WHO: "Testen, testen, testen"

Grundsätzlich gilt: Wer in Japan länger als vier Tage Erkältungssymptome oder Fieber hat, soll sich bei einer Beratungsstelle melden. Ältere Menschen oder jene mit Vorerkrankungen nach zwei Tagen. Die Berater entscheiden dann, ob die Überstellung in eine medizinische Einrichtung notwendig ist. Dort erfolgt der Corona-Test. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt ein anderes Vorgehen. Der Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte zuletzt, die Pandemie könne nur gestoppt werden, wenn bekannt sei, wer infiziert ist. Er forderte die Länder auf: "Testen, testen, testen".

Premierminister Shinzo Abe hat sich zuletzt am Samstag in Sachen Corona an die Öffentlichkeit gewandt. Nachfragen von Journalisten wurden nicht zugelassen. Er gab sich betont zuversichtlich. "Experten bewerten die Lage so, dass die Verbreitung bis zu einem gewissen Grad stabil ist und sich nicht explosionsartig entwickelt." Abe hat angekündigt, dass bis Ende März bis zu 8000 Tests pro Tag möglich sein sollen.

Britta Heidemann, IOC-Athletenkommission, zu Olympia 2020
Morgenmagazin, 19.03.2020

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Olympische Spiele um jeden Preis?

Abes Krisenmanagement - mangelndes Problembewusstsein oder Strategie? Kritiker sagen, Abe halte die Corona-Zahlen bewusst klein. Der Politologe Koichi Nakano von der Sophia Universität in Tokio meint, das größte Problem sei, dass Abe die Olympischen Spiele nicht verlieren wolle. "Auf den ersten Blick sieht es zwar so aus, als würde er die Führung übernehmen und Maßnahmen ergreifen, aber in Wirklichkeit unternimmt er einfach nichts, wodurch die Zahl der Infektionen stark ansteigen könnte".

Japans Vize-Ministerpräsident und Finanzminister Taro Aso räumte heute ein, dass selbst wenn Japan die Corona-Epidemie eindämmen könne, die Spiele ohne Athleten zwecklos seien. Wenn andere Staaten keine Sportler schicken könnten, dann ergäben die Spiele keinen Sinn.

Japan hat wie zahlreiche andere Länder nun Einreisebeschränkungen für den Schengen-Raum einschließlich Deutschland erlassen. Reisende werden gebeten, 14 Tage in Quarantäne zu gehen und in dieser Zeit keine öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

Mitglied des Olympiakomitees mit Corona infiziert

Mittlerweile ist auch ein Mitglied des japanischen Olympiakomitees mit Corona infiziert. Die Turnweltmeisterschaften, die Anfang April in Tokio stattfinden sollen, wurden abgesagt. Der Olympia-Fackellauf jedoch soll kommende Woche wie geplant in Fukushima starten. Zuschauer wurden gebeten, auf einen Besuch an der Strecke zu verzichten.

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