Ein Mann erhält eine dritte Dosis des Corona-Impfstoffes von BioNTech/Pfizer von einem medizinischen Mitarbeiter. | dpa

Corona-Studie aus Israel Hoher Schutz für Ältere durch Drittimpfung

Stand: 16.09.2021 17:24 Uhr

In Deutschland haben mehrere Bundesländer bereits mit den Drittimpfungen gegen das Coronavirus begonnen. Eine Studie aus Israel gibt ihnen nun recht: Die Booster-Impfung erhöht den Impfschutz bei Älteren demnach deutlich.

Eine Auffrischungsimpfung gegen Covid-19 bietet älteren Menschen offenbar einen deutlich höheren Schutz vor einer Ansteckung und schweren Erkrankung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Forscher aus Israel im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht haben.

Die Studie basiert auf Daten von mehr als einer Million Menschen über 60 Jahren und bezieht sich auf das Vakzin von BioNTech und Pfizer. In Israel steht es mittlerweile jedem offen, frühestens fünf Monate nach der zweiten Dosis eine Auffrischungsimpfung zu erhalten.

Risiko einer schweren Erkrankung 20 Mal niedriger

Den Ergebnissen der Untersuchung zufolge gab es bei Menschen über 60 Jahren, die bislang nur zweimal gegen das Coronavirus geimpft wurden, zehn Mal mehr Infektionen als bei denjenigen in dieser Altersklasse, die die sogenannte Booster-Impfung erhalten hatten. Zudem traten bei zweifach Geimpften 20 Mal häufiger schwere Krankheitsverläufe auf als bei den Probanden mit dreifachem Impfschutz.

Mit seiner Impfkampagne zählt Israel weltweit zu den Vorreitern. Mitte Dezember hatte das Land mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Nicht einmal vier Wochen später waren bereits 20 Prozent der Bevölkerung geimpft, im Februar wurden die Impfungen auch für Jugendliche ab 16 Jahren zugelassen. Anfang August startete Israel schließlich mit den Auffrischungsimpfungen.

Wirksamkeit von bis zu 95 Prozent

Doch trotz des Impffortschritts steigen die Infektionszahlen in Israel wieder an. Vor allem die Delta-Variante ist hierfür ursächlich. In ihrer Studie gehen die Forscher davon aus, dass die ansteckendere Mutante und der nachlassende Immunschutz sechs Monate nach einer zweiten Dosis dazu führen können, dass die Betroffenen nur noch zu 50 Prozent vor einer Infektion geschützt sind. Mithilfe einer Booster-Impfung lasse sich die Wirksamkeit des Vakzins wieder auf 95 Prozent erhöhen.

"Sehr ordentliche Schutzwirkung"

Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, zeigt sich von den Ergebnissen der Untersuchung überzeugt. Eine dritte Impfung könne auch aus seiner Sicht "eine sehr sehr ordentliche Schutzwirkung" bieten. Er spricht sich daher für eine dritte Impfung für Menschen über 80 Jahren oder für über 60-Jährige mit Vorerkrankungen aus. Allerdings räumt Watzl auch ein, dass die Studie aus Israel nicht aufzeigt, ob durch die Booster-Impfung Nebenwirkungen auftreten. Bislang seien aber keine auffälligeren Nebenwirkungen durch die Drittimpfung bekannt als bei einer zweifach verabreichten Impfdosis.

Mehrere Bundesländer in Deutschland haben ebenfalls damit begonnen, ein drittes Mal zu impfen. Bisher soll die Auffrischungsimpfung aber nur Menschen über 80 Jahren, Risikogruppen oder Pflegebedürftigen verabreicht werden. Eine offizielle Empfehlung für die Drittimpfung durch die Ständige Impfkommission (STIKO) liegt bislang nicht vor.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. August 2021 um 13:21 Uhr.