Ampullen mit AstraZeneca-Impfstoff | REUTERS

EU lässt Vertrag auslaufen Keine Verlängerung für AstraZeneca

Stand: 09.05.2021 14:52 Uhr

Immer wieder musste AstraZeneca seine zugesagten Impfstoff-Lieferungen nach unten korrigieren. Nun zieht die EU Konsequenzen und lässt den Vertrag mit dem Unternehmen auslaufen.

Von Michael Schneider, ARD-Studio Brüssel

Die Europäische Union will ihren Vertrag mit dem Impfstoffhersteller AstraZeneca nicht verlängern. Das gab der Binnenmarktskommissar Thierry Breton bekannt.

Michael Schneider ARD-Studio Brüssel

Über den Juni hinaus werde es keine Neuauflage der Liefervereinbarungen geben, sagte er im Gespräch mit dem französischen Nachrichtensender France Inter.

AstraZeneca kämpft mit Lieferproblemen

Hintergrund ist demnach der Rechtsstreit mit dem Hersteller über die Impfstofflieferungen. Immer wieder hatte AstraZeneca seine Lieferungen einseitig nach unten korrigiert. Statt der vereinbarten 300 Millionen Dosen im ersten Halbjahr kann das Unternehmen wohl weniger als die Hälfte ausliefern.

Die EU-Kommission hatte deswegen Ende April Klage gegen AstraZeneca eingereicht.

EU setzt verstärkt auf BioNTech und Pfizer

Breton betonte allerdings, das Präparat an sich sei wirksam und könne auch weiter eingesetzt werden. Was nach Juni geschehe, müsse sich dann zeigen.

Brüssel setzt bei der weiteren Versorgung Europas mit Impfstoff ohnehin verstärkt auf andere Hersteller. So hatte sich die Kommission zuletzt mit BioNTech und Pfizer auf die zusätzliche Bestellung von bis zu 1,8 Milliarden Dosen in den kommenden Jahren geeinigt.

Bei Patenten uneinig

Uneinig ist die EU in der Frage, ob die Patente auf Impfstoffe freigegeben werden sollen. Das hatten zuletzt die Vereinigten Staaten gefordert. Damit könnten die Vakzine weltweit von unterschiedlichen Herstellern nachproduziert werden.

Laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen werde das aber nicht kurzfristig die Engpässe beheben. Sie plädierte stattdessen für eine faire Verteilung des verfügbaren Impfstoffs.

Über dieses Thema berichteten am 09. Mai 2021 Deutschlandfunk um 15:00 Uhr und MDR Aktuell um 15:09 Uhr.