Eine Frau hält ihren unterernährten Jungen in einem jemenitischen Krankenhaus im Arm. | Bildquelle: dpa

Folgen der Pandemie Corona führt zu mehr hungernden Kindern

Stand: 28.07.2020 10:15 Uhr

Die Corona-Krise verschärft Armut und lässt in vielen Ländern Lebensmittelpreise steigen. Laut UNICEF könnte sich deshalb die Zahl der unterernährten Kinder unter fünf Jahren weltweit um fast sieben Millionen erhöhen.

Die Corona-Krise und damit einhergehende Beschränkungen werden in diesem Jahr UN-Schätzungen zufolge zum Hungertod von mehr als 10.000 Kindern pro Monat führen. Betroffen von der Pandemie seien viele Weltregionen, die bereits unter Nahrungsmittelknappheit leiden, warnte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF.

Demnach könnten bis Ende des Jahres zusätzlich 6,7 Millionen Mädchen und Jungen unter fünf Jahren von akuter Mangelernährung betroffen sein. Ohne unverzügliches Handeln drohe die Zahl dieser Kinder auf 54 Millionen zu steigen. Damit wäre ein neuer Höchststand erreicht.

Akute Mangelernährung ist lebensbedrohlich

"Es wird immer deutlicher, dass die Auswirkungen der Pandemie den Kindern mehr Schaden zufügen als die Krankheit selbst", sagte die UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore in New York. Vermehrte Armut, Versorgungsengpässe und steigende Lebensmittelpreise infolge der Pandemie führten zu mehr Hunger.

Akute Mangelernährung ist laut UNICEF lebensbedrohlich. Betroffene Kinder seien zu dünn für ihre Körpergröße und hätten ein höheres Risiko zu sterben oder in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung zurückzubleiben. Humanitäre Hilfsorganisationen benötigen den Angaben zufolge rund zwei Milliarden Euro, um Kinder und Mütter bis Ende des Jahres mit Ernährungsprogrammen zu unterstützen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Juli 2020 um 10:00 Uhr.

Darstellung: