Eine Kontrollstation für Lkw am Eurotunnel zwischen Großbritannien und Frankreich. | dpa

Mutation in Großbritannien Frankreich lockert Reisebeschränkungen

Stand: 22.12.2020 21:36 Uhr

Frankreich hatte wegen der raschen Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus einen generellen Stopp für Reisende aus Großbritannien beschlossen. Jetzt gibt es eine Einigung über Lockerungen.

Frankreich hat eine Lockerung seiner vor zwei Tagen wegen einer neuen Coronavirus-Variante beschlossenen Beschränkungen für Reisende aus Großbritannien angekündigt. EU-Bürger sowie Briten oder Staatsangehörige anderer Länder mit einem Wohnsitz in der EU sollen ab Mittwoch wieder von Großbritannien nach Frankreich reisen dürfen. Das teilte das Büro des Ministerpräsidenten mit. Alle Einreisenden müssten einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 72 Stunden sei und auch die neue Variante des Coronavirus nachweisen könne.

Verhandlungen über Warenverkehr

Der britische Verkehrsminister Grant Shapps hatte zuvor von Fortschritten und einer Einigung mit der französischen Regierung berichtet. Er kündigte Informationen für Transportunternehmen für den Abend an.

Frankreich hatte am Sonntag einen generellen Stopp für Reisende aus Großbritannien beschlossen. Auch der Frachtverkehr wurde gestoppt. Die britische Regierung verhandelte seitdem mit Frankreich unter anderem darüber, Corona-Massentests für Lkw-Fahrer einzuführen, um den Warenverkehr über den Ärmelkanal wieder aufnehmen zu können.

Großbritannien ist auf Produkte angewiesen, die aus Europa per Lastwagen transportiert werden. Der BBC sagte ein Vertreter des britischen Einzelhandelsverbandes, es sei wichtig, dass der Grenzverkehr ab Mittwoch wieder "einigermaßen reibungslos" laufe, sonst könne es zu Problemen bei der Belieferung der Geschäfte kommen. Vor allem an Waren wie Salat, Gemüse und Obst könne es "direkt nach Weihnachten" fehlen.

EU-Kommission gegen Reiseverbote

Neben Frankreich hatten in den vergangenen Tagen zahlreiche Länder ihre Verkehrsverbindungen zu Großbritannien unterbrochen. Zuvor war dort eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden, die möglicherweise ansteckender ist. Die EU-Kommission sprach sich am Dienstag dennoch gegen strikte Grenzschließungen zu Großbritannien aus.

Es sei zwar wichtig, möglichst schnell vorläufige Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Zugleich müssten aber unerlässliche Reisen aus und nach Großbritannien sowie der Warenverkehr weiterhin möglich sein, hieß es in einer Empfehlung der EU-Kommission an die EU-Staaten.