Der Airbus A310 "Kurt Schumacher" startet auf dem Flughafen Köln Bonn in Richtung Wuhan. (31. Januar) | Bildquelle: dpa

Deutsche auf Rückweg von Wuhan Rückholflug darf nicht in Moskau landen

Stand: 01.02.2020 13:16 Uhr

Mehr als 100 deutsche Rückkehrer aus dem vom Coronavirus schwer betroffenen Gebiet um Wuhan sind auf dem Heimflug. Die Ankunft in Frankfurt verzögert sich allerdings, da Moskau eine Zwischenlandung verweigerte.

Die Rückholung deutscher Bürger aus dem chinesischen Wuhan hat zu einem diplomatischen Zwist mit Russland geführt: Moskau habe der Luftwaffen-Maschine mit 102 Deutschen und 26 Menschen aus anderen Staaten an Bord Zwischenlandung verwehrt, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Bonn. Zuerst hatte die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf die Flugbereitschaft darüber berichtet.

Moskau habe dies offiziell mit mangelnden Kapazitäten am Flughafen erklärt, so Kramp-Karrenbauer. Das Verteidigungsministerium wolle mit dem Auswärtigen Amt klären, was mögliche weitere Gründe seien.

Statt in Moskau landete der Airbus A310 in der finnischen Hauptstadt Helsinki. Dort wird die Maschine betankt und die Besatzung ausgewechselt. Am Nachmittag soll die Luftwaffen-Maschine in Frankfurt/Main landen.

Keine Infektionen oder Verdachtsfälle an Bord

Unter den Heimkehrern seien auch mehr als 20 Kinder, sagte Thomas Gebhard, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, bei einer Pressekonferenz im rheinland-pfälzischen Germersheim.

Alle Passagiere seien "symptomfrei in den Flieger gestiegen", betonte Spahn bei der Pressekonferenz. "Es kehren Gesunde zurück."

Coronavirus breitet sich weiter aus: Weitere Krankheitsfälle in Bayern
tagesschau 20:00 Uhr, 31.01.2020, Melanie Roth, BR

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14 Tage Quarantäne geplant

Nach der Landung am Flughafen Frankfurt sollen die Ausgeflogenen in einem sogenannten Medical Assessment Center auf Symptome des Coronavirus untersucht werden. Sollte jemand Symptome zeigen, werde er in die Frankfurter Universitätsklinik in eine Isolierstation gebracht.

Passagiere ohne Symptome sollen vorsichtshalber für die Inkubationszeit von 14 Tagen in Quarantäne kommen. Alle Passagiere stimmten laut Bundesgesundheitsministerium dieser Unterbringung zu. Rechtliche Grundlage dafür ist das Infektionsschutzgesetz.

Die zweiwöchige Unterbringung erfolgt in einer gerade modernisierten Ausbildungskaserne auf dem Stützpunkt Germersheim. Dieser liegt etwa 100 Kilometer vom Frankfurter Flughafen entfernt. Die Quarantäne sei eine "reine Vorsichtsmaßnahme", sagte Gebhard. "Die Gefahr für die Bevölkerung bleibt gering."

Fast 12.000 Infizierte weltweit

Das Virus breitet sich weiter aus. Die Zahl der Infizierten in China stieg auf 11.791. 259 Menschen starben an der Lungenkrankheit, wie die Gesundheitskommission berichtete.

Außerhalb der Volksrepublik wurden in rund 25 Ländern rund 150 Infektionen gezählt. Erstmals meldete Spanien eine Infektion: Betroffen sei ein Deutscher auf der Kanareninsel La Gomera, der mit einem der in Deutschland infizierten Patienten in Kontakt gewesen sein soll, teilte die Regierung mit.

In Deutschland, wo sich erstmals auch ein Kind ansteckte, stieg die Zahl auf sieben. Der Vater ist ein infizierter Mann aus dem Landkreis Traunstein. Wie das bayerische Gesundheitsministerium am Freitagabend in München mitteilte, wurde zudem bei einem Mann aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck die Lungenkrankheit bestätigt. Er arbeitet wie die ersten fünf Infizierten in Deutschland beim Autozulieferer Webasto. Allen Infizierten sind in einem guten Gesundheitszustand.

Bundeswehr fliegt Deutsche aus Wuhan
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
01.02.2020 12:30 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 31. Januar 2020 um 21:45 Uhr.

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