Ein Mann auf einem Fahrrad in Wuhan in China, wo das Coronavirus seinen Ursprung hatte. | Bildquelle: REUTERS

Coronavirus China meldet weitere Neuinfektionen

Stand: 02.03.2020 10:06 Uhr

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten überschreitet in China die Marke von 80.000. Allerdings verlangsamte sich das Tempo des Anstiegs. Die Stadt Seoul reichte wegen des Virus' Mordanzeige gegen einen Sektenführer ein.

In China sind erneut 42 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit sind bisher 2912 Menschen auf dem chinesischen Festland dem neuartigen Coronavirus zum Opfer gefallen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission weiter mitteilte, kamen landesweit zudem 202 neue Infektionen hinzu, womit die Gesamtzahl der nachgewiesenen Erkrankungen in China auf über 80 000 gestiegen ist. Noch am Vortage waren rund 570 neue Infektionen bekanntgegeben worden. Mehr als die Hälfte der seit Ausbruch des Virus erkrankten Patienten wurde jedoch nach offiziellen Angaben mittlerweile geheilt. 

Weltweit sind mittlereile mehr als 3000 Menschen an der Krankheit gestorben und mehr als 88.000 mit dem Virus infiziert. In über 60 Ländern auf allen Kontinenten außer der Antarktis sind bislang Fälle bekannt geworden. Zuletzt meldeten Tschechien und die Dominikanische Republik erste Infektionen. Australien und Thailand berichteten zudem die ersten Todesopfer in ihren Ländern. Im Iran sind aktuell fast 1000 Menschen infiziert.

Infografik Verbreitung neues Coronavirus Stand 2.3.2020, 9:00 Uhr
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Die Karte zeigt die aktuelle Verbreitung des Coronavirus am 2.3.2020, 9:00 Uhr

Seoul reicht Mordanzeige gegen Sektenführer ein

Nach China ist vor allem Südkorea von dem Virus betroffen. Auch dort stieg die Zahl der Neuinfektionen erneut an, auf mittlerweile mehr als 4300. In dem Zusammenhang drohen den Anführern einer im Zentrum der Epidemie stehenden christlichen Sekte Ermittlungen wegen Mordes und anderer Vorwürfe. Die Stadt Seoul reichte eine entsprechende Strafanzeige gegen den Sektengründer und geistigen Führer Lee Man Hee sowie zwölf weitere führende Mitglieder der Shincheonji-Kirche Jesu ein.

Vor der Shincheonji Church of Jesus wird desinfiziert. | Bildquelle: REUTERS
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Viele Sektenanhänger sind infiziert. Mindestens eine Frau hatte trotz Krankheitssymptomen noch an Gottesdiensten teilgenommen. Die Kirche der Shincheonji-Sekte wurde mittlerweile desinfiziert.

Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, nicht ausreichend mit den Gesundheitsbehörden zusammengearbeitet und die Namen von Anhängern vorenthalten zu haben, die auf das Virus getestet werden sollten. Die in Südkorea umstrittene Sekte weist die Vorwürfe zurück. Die Stadt Seoul gibt der Sekte die Mitschuld am Tod von Coronavirus-Patienten im Land.

Die Mehrheit der südkoreanischen Infektionsfälle wurde in der Millionen-Stadt Daegu und der umliegenden Region gemeldet, wo die Sekte stark vertreten ist. Die größte Anhäufung von Fällen gibt es dabei unter Sektenanhängern in Daegu. Eine Anhängerin, die sich mit dem Virus angesteckt hat, hatte trotz Krankheitssymptomen an Gottesdiensten teilgenommen. Mittlerweile hat die Sekte nach eigenen Angaben sämtliche Einrichtungen im Land geschlossen und den Gesundheitsbehörden die Namen von mehr als 200.000 Anhängern übergeben.

Der Louvre in Paris | Bildquelle: Jacqueline Krug
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Vorerst geschlossen: der Louvre in Paris.

Louvre geschlossen

In Europa meldete zuletzt Italien einen starken Anstieg. Dort sind mittlerweile fast 1700 Infektionen registriert - ein Anstieg um rund 50 Prozent in den letzten Tagen. Auch Frankreich meldete erneut neue Fälle. In beiden Ländern wurden deshalb die Vorsichtsmaßnahmen verschärft. So bleibt beispielsweise der Pariser Louvre für Besucher geschlossen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. März 2020 um 10:00 Uhr.

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